Was macht DDR-Literatur aus? Sind es allein die bis 1990 in Ost wie in West gelesenen Werke von Christa Wolf, Heiner Müller und anderen? Der gängige Kanon der DDR-Literatur wurde seit dem Ende der Diktatur kaum erweitert. So fand bislang die in der DDR geschriebene Literatur, die bis 1989 dort unveröffentlicht blieb, keinen Eingang in die historische und literaturwissenschaftliche Bewertung: Texte, geschrieben von Autoren, die sich gegen die normierten Vorgaben stellten, an den Hürden der Zensur scheiterten oder aber in selbst gewählter Isolation schreiben, wohl wissend, dass ihr Werk nicht erscheinen würde.Die Schriftsteller Ines Geipel und Joachim Walther haben sich in einem von der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur geförderten Projekt auf die Suche nach diesen Autorinnen und ihren Texten gemacht und das "Archiv unterdrückter Literatur in der DDR" zusammengetragen.Auf der CD "Literarische Gegenwelten" wurden Texte und Gedichte von Edeltraut Eckert, Thomas Körner, Günther Ullmann und Radjo Monk eingesprochen und von Geipel und Walther in den historischen Kontext eingeordnet. Die CD wurde von Siv Stippekohl für NDR-Landesfunkhaus Mecklenburg-Vorpommern zusammengestellt und gemeinsam mit der Stiftung Aufarbeitung herausgegeben.Die CD kann gegen eine Schutzgebühr von 2,50 Euro (zgl. Versandkosten) bei der Stiftung Aufarbeitung, Otto-Braun-Str. 70-72, 10178 Berlin bestellt werden. Dort können auch kostenlose Rezensionsexemplare abgefordert werden. Tel. 030/232472-00, Fax -10.

Berlin, 27. September 2004