Zur alljährlichen Luxemburg-Liebknecht-Demonstration erinnert die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur am 10. Januar 2021 mit einem Gedenkkranz auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde an die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft. „Die Erinnerung an die kommunistische Bewegung in Deutschland muss untrennbar verbunden sein mit der Mahnung an die im Namen des Kommunismus begangenen Verbrechen und das politische Unrecht“, sagte die Geschäftsführerin der Bundesstiftung Aufarbeitung Anna Kaminsky.

Zur Geschichte der seit 1946 stattfindenden Demonstrationen zu Ehren von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht gehöre auch die des 17. Januar 1988, erklärte Anna Kaminsky weiter. Im Umfeld der damaligen staatsoffiziellen „Kampfdemonstration“ der DDR hatten Angehörige oppositioneller Gruppen Transparente mit Luxemburg-Zitaten gezeigt. Mit Sätzen wie „Die Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden“, „Der einzige Weg zur Wiedergeburt – breiteste Demokratie“ und „Wer sich nicht bewegt, spürt die Fesseln nicht“ machten sie die Gegensätze zwischen kommunistischer Propaganda und realsozialistischer Wirklichkeit deutlich. Bei der Demonstration und in den folgenden Tagen wurden mehr als 100 Oppositionelle verhaftet, unter ihnen Freya Klier, Bärbel Bohley, Lotte und Wolfgang Templin sowie Ralf Hirsch.

Die Liebknecht-Luxemburg-Demonstration findet zum Gedenken an die am 15. Januar 1919 durch Freikorpssoldaten in Berlin ermordeten Mitbegründer der KPD Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht statt. Sie endet traditionell an der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde. Seit 2006 erinnert ein Gedenkstein am Rande der Gedenkstätte der Sozialisten an die Opfer der politischen Repression in der Sowjetunion sowie in SBZ und DDR.