Wenn am Sonntag, dem 9. Januar, wieder ein Bündnis linker Parteien und Gruppierungen auf dem Friedhof Berlin-Friedrichsfelde der 1919 ermordeten KPD-Gründer Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg gedenkt, wird die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur mit einem Kranz am dortigen Gedenkstein für die Opfer des Stalinismus an die vielen Millionen Opfer des Kommunismus erinnern. „Die Erinnerung an die kommunistische Bewegung des 20. Jahrhunderts muss untrennbar verbunden sein mit dem Gedenken an die Opfer der politischen Verfolgung unter kommunistischer Herrschaft“, sagte die Direktorin der Bundesstiftung Aufarbeitung Anna Kaminsky.

25 Jahre nachdem der französische Historiker Stéphane Courtois das „Schwarzbuch des Kommunismus“ erstmals herausgegeben hat, könne niemand mehr ernsthaft das millionenfache Leiden im kommunistischen Machtbereich leugnen. Kaminsky erinnerte daran, dass vor 85 Jahren der „große Terror“ unter Stalin begann, in dem schließlich auch viele überzeugte Kommunisten Opfer von Verhaftungen, Schauprozessen und Massenerschießungen wurden. Nur fünf Jahre zuvor hatte der „Holodomor“ in der Ukraine begonnen, in dem eigentlich reichen Agrarland wurden mehr als sechs Millionen Menschen gezielt zu Tode gehungert. Bis heute prägt dieses Menschheitsverbrechen das familiäre und öffentliche Gedächtnis in der Ukraine.

Zahlreiche Informationen zur politischen Verfolgung im Kommunismus bieten etwa unsere Themendossiers zum sowjetischen Gulag und den Speziallagern, sowie zu deutschen Emigranten im sowjetischen Exil.