Zweiter Teil der Veranstaltungsreihe am 30. März 2021

Am 15. Februar 1991 vereinbarten Polen, die Tschechoslowakei und Ungarn im Visegrád-Abkommen unter anderem, sich bei der Aufarbeitung des kommunistischen Erbes sowie der Gestaltung des politischen und wirtschaftlichen Transformationsprozesses zu unterstützen. 30 Jahre später diskutieren Expertinnen und Experten im Rahmen der Diskussionsreihe „Transitional Justice“ am 30. März über die Auseinandersetzung mit den kommunistischen Diktaturen in diesen Ländern. Welche Wege der Aufarbeitung wurden eingeschlagen und wie erfolgreich waren sie? Welchen Einfluss nahm und nimmt die Politik auf diesen Prozess? Hängen die geschichtspolitischen Narrative und der Erfolg populistischer und oftmals nationalistischer Parteien zusammen? Und welche Rolle spielen alte Seilschaften aus der Zeit vor 1989?

Über die unterschiedlichen Perspektiven und Bilanzen der Aufarbeitung in den einzelnen Staaten diskutieren die Direktorin des Zentrums für Interdisziplinäre Polenstudien an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) Dagmara Jajeśniak-Quast, der Historiker Ľubomír Morbacher vom Slowakischen Institut für Nationales Gedenken in Bratislava, der Direktor des Instituts für Zeitgeschichte der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik Oldřich Tůma sowie der ungarische Historiker Krisztián Ungváry.

Die Podiumsdiskussion „Neue Strukturen oder alte Seilschaften?“ ist der zweite Teil der Veranstaltungsreihe „Transitional Justice“ der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und des Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Bundesländer. Die zehnteilige Reihe zeigt an ausgewählten Länderbeispielen unterschiedliche Aspekte gesellschaftlicher und rechtlicher Aufarbeitungsprozesse nach Systemumbrüchen auf und betrachtet Erinnerungskultur und -politik im jeweiligen nationalen Kontext. Weitere Veranstaltungen thematisieren Transitional Justice in der ehemaligen Sowjetunion, in Südamerika, Afrika und Westeuropa.

Online-Podiumsdiskussion: Neue Strukturen oder alte Seilschaften? Transitional Justice in Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn

30. März 2021 | 18:00 Uhr

Livestream auf Deutsch unter: https://youtu.be/zpWMPLqO0Gs

Die Diskussion wird auf Deutsch und auf Englisch geführt, simultan übersetzt und auf zwei Livestreams in deutscher und englischer Sprache übertragen. Während der Veranstaltung können Zuschauer live Fragen stellen, direkt im YouTube-Chat oder über die E-Mail-Adresse veranstaltungen@bundesstiftung-aufarbeitung.de