Am 21./22. April 1946 beschließen Delegierte der SPD und KPD auf einem Sonderparteitag im Berliner Admiralspalast einstimmig die Gründung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) in der Sowjetischen Besatzungszone. Mit dem Online-Dossier „75 Jahre Zwangsvereinigung der SPD mit der KPD“ präsentiert die Bundesstiftung Aufarbeitung zu diesem Jahrestag nun Analysen, Leseempfehlungen und Bildungsangebote. Videointerviews mit den Zeitzeugen Wolfgang Leonhard und Erich Loest bieten einen unmittelbaren Blick auf die damaligen Ereignisse. Das Dossier richtet sich an alle historisch Interessierten, insbesondere aber an Multiplikatoren der schulischen und außerschulischen Bildung.

Dem Vereinigungsparteitag vor 75 Jahren war eine massive Kampagne der sowjetischen Besatzungsmacht vorausgegangen. Sozialdemokratische Funktionäre, die sich nicht durch Versprechungen überzeugen ließen, wurden eingeschüchtert, bedroht oder ausgeschaltet. Viele Einheitsgegner zogen sich deshalb aus der Parteiarbeit zurück oder gingen in den Westen. Die Sozialdemokraten, die den Weg in die SED mitgingen, hofften, in der neuen Partei den Ton angeben zu können. Diese Erwartung erfüllte sich nicht. Stattdessen markierte der Vereinigungsparteitag vor 75 Jahren eine wesentliche Etappe auf dem Weg in die kommunistische Diktatur in Ostdeutschland.

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