Ein von der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur geförderter Dokumentarfilm über das sowjetische Speziallager Fünfeichen präsentiert historisch einmalige, bisher unbekannte Aufnahmen aus russischen Archiven. Sie zeigen das Kriegsgefangenenlager bei Neubrandenburg im Jahr 1945, die Entlassung der dort inhaftierten Kriegsgefangenen und dessen zeitgleiche Neubelegung. Denn die sowjetische Besatzungsmacht widmete die Nutzung des ehemaligen landwirtschaftlichen Gutes bereits im Mai 1945 um und errichtete hier ihr neuntes von insgesamt elf Speziallagern. Bis Ende des Jahres 1948 saßen dort, von der Umwelt nahezu vollständig isoliert, insgesamt etwa 15.000 Häftlinge unter menschenunwürdigen Bedingungen ein. Neben zumeist kleinen Funktionären nationalsozialistischer Organisationen waren darunter zahllose Unschuldige. Eine juristische Überprüfung der oftmals konstruierten Haftgründe unterblieb, etwa ein Drittel der Lagerinsassen starb einen grauenvollen Tod. Die Dokumentation "Schicksal Fünfeichen. Das sowjetische Speziallager Nr. 9" von Hans Sparschuh und Rainer Burmeister nähert sich der Geschichte des Lagers. Sie umreißt dessen Vorgeschichte und zeigt den Alltag ab 1945, die herrschende Willkür und die Überlebensstrategien der Inhaftierten. So entsteht ein bewegender Film über ein lang vergessenes Kapitel der deutschen Geschichte.

"Schicksal Fünfeichen" ist eine von der Stiftung Aufarbeitung geförderte Koproduktion des Mitteldeutschen Rundfunks mit der Heimatfilm GbR.

Die öffentliche Uraufführung erfolgt am 11. Juni 2005, 20.15 Uhr, im Rahmen des 9. Kongresses der Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen und der Stiftung Aufarbeitung im Baltic Sport- und Ferienhotel Zinnowitz, Dünenstraße, 17454 Seebad Zinnowitz. Der Eintritt ist frei. Ihr Ansprechpartner bei der Stiftung Aufarbeitung: Dr. Jens Schöne, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 030/2324 7225.

Berlin, 06. Juni 2005