Im 15. Jahr der deutschen Einheit ist die strafrechtliche Auseinandersetzung mit dem in der DDR begangenen, staatlich gelenkten und begünstigten Unrecht weithin abgeschlossen. Auf einer Veranstaltung der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur ziehen Experten aus Anlass des 52. Jahrestages des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 Bilanz über die diesbezügliche Bewältigung der SED-Diktatur. Die ersten Strafverfolgungsmaßnahmen leitete 1989 noch die damalige DDR-Justiz ein. Mit der Vereinigung am 03. Oktober 1990 erfolgte die Neuorganisation der Rechtspflege in den neuen Bundesländern und die Übernahme der Strafverfolgung durch die bundesrepublikanische Justiz. Nach dem Abschluss der letzten Prozesse bleibt zu fragen, inwieweit die strafrechtliche Aufarbeitung die an sie gestellten Erwartungen erfüllt hat. Sind die Täter zu milde davon gekommen? Wurde den Opfern Gerechtigkeit verwehrt? Derartige Vorwürfe sind wiederholt erhoben worden, doch entsprechen sie der Realität? Hat sich der Rechtsstaat in der Bewältigung der SED-Diktatur bewährt? Auf Einladung der Stiftung Aufarbeitung und dem Medienpartner Berliner Zeitung werden diese und weitere Fragen von Bärbel Bohley (Bürgerrechtlerin), Christoph Schaefgen (Generalstaatsanwalt a.D.), Professor Friedrich-Christian Schroeder (Universität Regensburg), Horst Schüler (Vorstandsvorsitzender der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft) sowie Professor Uwe Wesel (Rechtswissenschaftler und Publizist) erörtert.

Die Veranstaltung "Strafjustiz und Aufarbeitung" findet am 17. Juni 2005, 18:00 Uhr, im Bundesministerium der Justiz, Mohrenstraße 37, 10117 Berlin, statt. Der Eintritt ist frei, Anmeldung bis zum 10. Juni erforderlich: [mailto=buero@stiftung-aufarbeitung.de]Büro der Stiftung[/mailto], Tel. 030/2324 7224. Nähere Auskünfte erteilt Dr. Jens Schöne, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stiftung Aufarbeitung, Tel. 030/2324 7225.[/i]

Berlin, 02. Juni 2005