-
Konferenz | Grodziszcze
Ort der Veranstaltung

Krzyżowa/Kreisau
Krzyżowa 7
58112 Grodziszcze

English version below

23. Ost-West-Europäisches Gedenkstättentreffen Kreisau

08. März bis 11. April 2026, Internationale Begegnungsstätte Krzyżowa/Kreisau

Transformation und Dissens – Gedenken in Europa seit 1989

Erinnerung ist selten harmonisch: Sie ist konflikthaft, vielstimmig und von gesellschaftlichen Auseinandersetzungen geprägt. Nach 1989/90 stießen in Gedenkstätten Ost- und Westeuropas Narrative über NS-Verbrechen und kommunistische Herrschaft aufeinander. Diese Konflikte wurzeln im verordneten Antifaschismus der DDR und Osteuropas einerseits sowie in westdeutschen und westeuropäischen Deutungen des Nationalsozialismus, die die kommunistischen Verbrechen lange marginalisierten. Das Ringen um die Shoah-Erinnerung und das Gedenken an die stalinistischen Massenverbrechen war geprägt von Aushandlungsprozessen und führte zu neuen Debatten über bislang übersehene Opfergruppen. Erinnerung geht nicht in Konsens auf, sondern ist von Dissens geprägt – produktiv, wenn er sichtbar wird und Debatten anstößt. Die Gedenkstättentagung 2026 richtet den Blick auf die Transformation europäischer Gedenk- und Lernorte nach 1989/90 und fragt: Wie veränderten sich Narrative, Orte und Museen seit 1989? Wie kontrovers wurden diese Umbrüche vor Ort und in den Gesellschaften diskutiert? Welche Konflikte prägten sie, und wie werden diese in der eigenen Gedenkstättengeschichte reflektiert, kuratiert oder in der Bildungsarbeit produktiv gemacht – oder eher tabuisiert?

Die Tagung bewegt sich auf einem Feld, das entscheidend von den Memory Studies geprägt wurde. Das heißt, die jeweiligen Narrative und musealen Darstellungen werden anhand interdisziplinärer Instrumentarien dahingehend befragt, wie die Vergangenheit in der Gegenwart erinnert wird. Welche individuellen, kollektiven und nationalen Erinnerungen entstehen in welchen Kontexten und prägen die jeweiligen Narrative? Wer übt Macht über die Bedeutungszumessung aus? Wie wird entschieden, welche Narrative bestimmend sind?

Erinnerungskultur wird nicht nur von Regierungen und Institutionen geprägt, sondern ebenso von zivilgesellschaftlichen Akteuren – Opferverbänden, NGOs und sozialen Bewegungen. Die Debatten über Erinnerungsnarrative sind selbst eine Form demokratischer Teilhabe: konfliktreich, aber gerade dadurch lebendig. Es geht dabei um die Spannungsverhältnisse zwischen Erinnern und Vergessen sowie um die Anerkennung von Vielfalt, ohne Leid zu relativieren.

Seit 1989/90 sind zu den Demokratisierungen der Erinnerungskultur in Europa und der Sichtbarmachung bislang marginalisierter Erfahrungen neue Themen hinzugekommen. Heute zeigen sich Tendenzen, Konflikte zu befrieden oder als produktiven Streit zu nutzen. Besonders sichtbar wird dies im Konzept der multidirektionalen Erinnerung: In Kreisau wollen wir diskutieren, wie verschiedene Gewalterfahrungen – Holocaust, Stalinismus, Kolonialismus – nicht in Konkurrenz zueinander stehen, sondern sich wechselseitig erhellen können.

Diese theoretischen Einsichten sind für die Gedenkstättenpraxis höchst relevant. Mitarbeiter in Museen und Gedenkstätten stehen tagtäglich vor der Aufgabe, Geschichte multiperspektivisch sichtbar zu machen, konkurrierende Deutungen anzubieten und Besuchern einen Zugang zu ermöglichen, der historische Differenzierung leistet und Komplexität sichtbar macht. Die Tagung in Kreisau möchte die Teilnehmer darin stärken, diesen Herausforderungen nachzugehen und dabei West-, Ost- und Mitteleuropa gleichermaßen zu berücksichtigen. Bis 1989 dominierten in Ost wie West die Erinnerung an die NS-Verbrechen die Erinnerungskultur und -politik. Erst nach dem Untergang der kommunistischen Regime nach 1990 konnten darüber hinaus die Erfahrungen mit den kommunistischen Diktaturen thematisiert werden.

Das Ost-West-Europäische Gedenkstättentreffen in Krzyżowa/Kreisau richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Erinnerungsorten, Museen, Gedenkstätten, Bildungszentren, Menschenrechtsorganisationen oder Zeitzeugenprojekten. Anliegen des Gedenkstättentreffens ist das Kennenlernen sowie der Austausch von Wissen und Erfahrung. Wir laden dazu ein, die nationalen und regionalen Narrative und ihren Einfluss auf das jeweilige Verständnis von der Geschichte des 20. Jahrhunderts gemeinsam zu diskutieren. Wir hoffen, mit einem freien Meinungsaustausch über Wahrnehmungsmuster und Tendenzen unter den Teilnehmern aus unterschiedlichen Ländern einen Beitrag zum tieferen Verständnis und zur Versöhnung in Europa leisten zu können. Das Gedenkstättentreffen hat eine lange Tradition und wir freuen uns, dass wir auch weiterhin zum Diskurs über Wahrnehmung und Erinnerung sowie über die Darstellung von Geschichte und Vergangenheit in den Ländern Ost- und Westeuropas einladen können. Das Seminar ist stark praktisch orientiert und keine wissenschaftliche Konferenz. Wir legen Wert auf den informellen Austausch: offene Gespräche und Reflexionen charakterisieren die Gedenkstättentreffen in Kreisau.

Das Treffen wird simultan Deutsch, Englisch, Polnisch und Russisch gedolmetscht.

Eine Kooperation der Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung, des Deutsch-Polnischen Hauses, der Evangelischen Akademie zu Berlin, der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Vorläufiges Programm 

Mittwoch, 08. April 2026

bis 17.00: Ankunft und Anmeldung (Rezeption, Gebäude Kuhstall)

17.00: Geführte Besichtigung des Geländes (Treffpunkt: Gebäude Kuhstall)

18.30: Abendessen       

19.30 Begrüßung und Einführung in das Gedenkstättentreffen durch die Veranstalter (Multifunktionssaal, Gebäude Scheune) 

Interaktive Vorstellung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer (Turbopräsentationen)

Im Anschluss: Freie Zeit für Gespräche (Café U Hrabiego, Gebäude Kuhstall)

Donnerstag, 09. April 2026

08.00 Frühstück

09.00 – 10.00 Keynotes:

Dr. Andrea Genest, Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

dr Jacek Konik, Muzeum Niepodległości, Warszawa

10.00 – 10.15: Kaffeepause

10.15 – 11.45: Panel I – Orte des Dissenses: Gedenkstätten in Vergangenheit und Gegenwart

Das erste Panel widmet sich Orten des Dissenses – Gedenkstätten mit dem Thema: mehrfache Diktaturvergangenheit und Aufarbeitung stehen im Zentrum. Dabei werden Konflikte, Dissens, aber auch konstruktiver Austausch und Konfliktlösungen ins Zentrum der Diskussion gestellt. Anhand von konkreten Beispielen aus dem Praxisfeld – Museum, Gedenkstätte, Dokumentationszentrum – in Europa wird das Thema aus verschiedenen Perspektiven diskutiert.

  • Christoph Meissner, Museum Berlin-Karlshorst
  • Dr. Aliaksandr Dalhouski, Minsk-Geschichtswerkstatt/IBB
  • Dr. Joanna Ostrowska, Uniwersytet Jagielloński, Krakow
  • Susanne Schade, Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Berlin

12.00 – 13.00 Mittagspause

13.00 – 14.30 Panel II – Rolle der Zivilgesellschaft und Erinnerungskultur

Das zweite Panel untersucht die Rolle der Zivilgesellschaft in Ost- und Westeuropa: NGOs, Bürgerinitiativen und Public Historians prägen Erinnerung, versuchen dabei aber auch, Konflikte mit staatlichen Institutionen einzubeziehen. Der Blick richtet sich nicht nur auf die Zivilgesellschaft als Gegenstand von Ausstellungen an Gedenkstätten und Dokumentationszentren. Gleichzeitig werden auch die Perspektiven der unmittelbaren Nachkriegszeit, der 68er-Bewegung, der staatlichen Opposition im kommunistischen Herrschaftsbereich bis hin zu postmigrantischen Communities miteinbezogen, die auf individuelle Weise Deutungshoheit und Mitsprache einforder(t)en.

  • Zbigniew Gluza, Fundacja Ośrodka KARTA, Warszawa
  • Jutta Weduwen, Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V.
  • Dr. Julia Wohlrab, Dokumentationszentrum Nationalsozialismus, Freiburg
  • Hanna Lehun, Arolsen Archives, Bad Arolsen
  • Anna Krenz, Kollektiv Dziewuchy, Berlin

14.30 – 14:45: Kaffeepause

14:45 – 16:15 Panel III – Generationen, Narrative und Identitäten: Sowjetische Lager als Erinnerungsorte nach 1990

Das dritte Panel stellt Generationen, Narrative und Identitäten in den Vordergrund und beleuchtet, wie unterschiedliche Generationen Perspektiven auf das Thema sowjetische Internierung nach 1945 setzen. Welche Herausforderungen gab es nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges? Welche Herausforderungen sind beim Themenkomplex Opfer sowjetischer Gewaltherrschaft nach 1989/90 und dem Zusammenbruch des Kommunismus in Mittel- und Osteuropa hinzugekommen?

  • Dr. hab Bogusław Kopka, Uniwersytet Komisji Edukacji Narodowej, Krakow
  • Katharina Bergmann-Pfleger, Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung, Graz
  • Evita Feldentale, Latvijas Okupācijas muzejs, Riga
  • Dr. Elke Stadelmann-Wenz, Gedenkstätte Hohenschönhausen, Berlin
  • Dr. Petra Hausstein, Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

16.15 – 16.30: Kaffeepause

16.30 – 18.30: World Café – Workshop KI und Gedächtnis

Künstliche Intelligenz wird im musealen Bereich und an Gedenkstätten bewusst genutzt und eingesetzt, aber es gibt auch Fallstricke. Dabei geben die Referenten Beispiele aus ihrer täglichen Arbeit. Im World-Café-Format werden sowohl Chancen und Möglichkeiten als auch Hindernisse und Risiken beim Umgang mit Künstlicher Intelligenz und Bildmaterial, Dokumenten und Objekten diskutiert.

  • Paweł Sawicki, Państwowe Muzeum Auschwitz-Birkenau, Oświęcim
  • Dr. Ulrich Mählert, Bundesstiftung Aufarbeitung
  • Michael Gordon, Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf, Potsdam
  • dr Marcin Wilkowski, Uniwersytet Warszawski
  • Konstantin Schönfelder, Zentrum verantwortungsbewusste Digitalisierung, Darmstadt
  • Prof. Dr. Renana Keydar, Hebrew University

19.00: Abendessen

Abends: Freie Zeit für Gespräche

Freitag, 10. April 2026

08.00: Frühstück

09.00 – 10.30: Panel IV – Transnationaler Blick

Das vierte Panel bietet einen transnationalen Blick auf Erinnerungskulturen. Dabei soll diskutiert werden, wie unterschiedlich die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg und die Nachkriegszeit in West- und Osteuropa bis heute ist. Debatten um den 23. August als europäischen Gedenktag, Geschichte oder Erinnerungspolitiken und ihre jeweilige Prägung stehen im Fokus der Diskussion.

  • Bas Kortholt, Westerbork    
  • Oliver Gaida und Laura Stöbener, Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas
  • Dr. Anette Homlong-Storeide, Stiftelsen Falstadsenteret, Ekne
  • Dr. Maria Kaminska, Palmiry Muzeum Warszawa
  • Simina Badica, Haus der Europäischen Geschichte, Bruxelles 

Ab 11.00: Exkursion 

Zamku Książ i Palmiarni – Schloss Fürstenstein- als Erinnerungsort- Stollen, NS-Zwangsarbeit und Projekt Riese

Adam Kerpel-Fronius, Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Samstag, 11. April 2026

9.30 – 11.00: Panel V – Zukunft der Erinnerung

Das Panel thematisiert, wie geopolitische Veränderungen in Europa und der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine die Erinnerungskultur verändern und Gedenkstätten vor neue Chancen und Herausforderungen stellen. Wie kann die Zukunft der Erinnerung in Europa aussehen? Was sind wichtige Fragestellungen für die europäischen Erinnerungskulturen in der Gegenwart? Und wo können Gedenkstätten und Erinnerungsorte voneinander lernen?

  • Nicolas Moll, Memory Lab, Sarajevo
  • Irina Radchenko, Holoaust Remembrance Center, Dnipro-
  • Marius Peculius, Fort IX, Kaunas
  • Alla Stashekvich, Belarusian Institute of Heritage, Warzawa
  • Lena Casiez, Camp des Milles, Aix-en-Provence

11.30: Abfahrt (Bus nach Berlin)

Das Treffen wird simultan Deutsch, Englisch und Polnisch gedolmetscht. 

English Version: Transformation and Dissent – Commemoration in Europe since 1989

Memory is rarely harmonious: it is conflictual, polyphonic, and shaped by social contestation. After 1989/90, narratives about mass violence, Nazi crimes and communist rule collided in memorial sites across Eastern and Western Europe. These tensions are rooted, on the one hand, in the prescribed antifascism of the GDR and other Eastern European states, and on the other, in West German and Western European interpretations of National Socialism that long marginalized the crimes committed under communist regimes. The struggle over Holocaust remembrance and the commemoration of Stalinist mass violence was marked by processes of negotiation and gave rise to new debates about previously overlooked victim groups.

Memory does not lead to consensus but is characterized by dissent—productive when made visible and capable of sparking debate. The 2026 Memorial Conference focuses on the transformation of European sites of memory and learning after 1989/90 and asks: How have narratives, institutions, and museums changed since 1989? How controversial were these transformations locally and within their societies? What conflicts shaped them, and how are these reflected, curated, or even silenced in the histories and educational work of memorial institutions themselves?

The conference operates within a field significantly shaped by Memory Studies. It examines how the past is remembered in the present by applying interdisciplinary analytical frameworks to narrative and museological representation. Which individual, collective, and national memories emerge in specific contexts and shape interpretive frameworks? Who holds power over the attribution of meaning? And how is it decided which narratives become dominant?

Cultures of remembrance are not only shaped by governments and institutions but also by civil society actors—victims’ associations, NGOs, and social movements. Debates over narratives of remembrance are themselves a form of democratic participation: conflictual, yet precisely through that, vital and dynamic. At stake are the tensions between remembering and forgetting, and the recognition of diversity without relativizing suffering.

Since 1989/90, the democratization of remembrance in Europe and the visibility of previously marginalized experiences have expanded to include new themes. Today, we observe tendencies both to pacify conflicts and to embrace them as productive sites of contestation. This is particularly visible in the concept of multidirectional memory: In Krzyżowa, we aim to explore how various histories of violence—Holocaust, Stalinism, and colonialism—can illuminate rather than compete with one another.

These theoretical insights are highly relevant to memorial practice. Professionals working in museums and memorial sites face the daily challenge of representing history from multiple perspectives, offering competing interpretations, and enabling visitors to engage with historical complexity and differentiation. The conference in Krzyżowa seeks to empower participants to address these challenges while integrating perspectives from Western, Eastern, and Central Eastern Europe. Until 1989, remembrance culture and policy in both East and West were dominated by the memory of Nazi crimes. Only after the collapse of the communist regimes in 1990 did it become possible to address the experiences of communist dictatorship more fully.

Preliminary Programme

Wednesday, 8 April 2026

until 5:00 pm: Arrival and registration (reception, Kuhstall building)
5:00 pm: Guided tour of the site (meeting point: Kuhstall building)
6:30 pm: Dinner
7:30 pm: Welcome and introduction to the memorial meeting by the organisers (Multipurpose Hall, Scheune building)

Interactive introduction of participants (short presentations)

Afterwards: Informal exchange and conversations (Café U Hrabiego, Kuhstall building)

Thursday, 9 April 2026

8:00 am: Breakfast

9:00–10:00 am: Keynote Lectures

  • Dr Andrea Genest, Ravensbrück Memorial
  • Dr Jacek Konik, Museum of Independence, Warsaw

10:00–10:15 am: Coffee break

10:15–11:45 am: Panel I – Sites of Dissent: Memorial Sites Past and Present

The first panel focuses on sites of dissent—memorial sites addressing multiple dictatorial pasts and processes of coming to terms with them. Conflicts and dissensus, as well as constructive exchange and approaches to conflict resolution, are placed at the centre of the discussion. Drawing on concrete examples from professional practice—museums, memorial sites, and documentation centres across Europe—the topic will be examined from a range of perspectives.

  • Christoph Meissner, Museum Berlin-Karlshorst
  • Dr. Aliaksandr Dalhouski, Minsk-Geschichtswerkstatt/IBB
  • Dr. Joanna Ostrowska, Uniwersytet Jagielloński, Krakow
  • Susanne Schade, Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Berlin

12:00–1:00 pm: Lunch break

1:00–2:30 pm: Panel II – The Role of Civil Society and Memory Culture

The second panel examines the role of civil society in Eastern and Western Europe. NGOs, civic initiatives, and public historians play a key role in shaping memory while also seeking to engage with conflicts involving state institutions. The focus is not limited to civil society as an object of representation in exhibitions at memorial sites and documentation centres. Rather, the panel also incorporates perspectives from the immediate post-war period, the 1968 movement, forms of state opposition under communist rule, and post-migrant communities, all of whom have, in different ways, claimed interpretive authority and participation in memory-making processes.

  • Zbigniew Gluza, Fundacja Ośrodka KARTA, Warszawa
  • Jutta Weduwen, Aktion Sühnezeichen e.V.
  • Dr. Julia Wohlrab, Dokumentationszentrum Nationalsozialismus Freiburg
  • Hanna Lehun, Arolsen Archives, Bad Arolsen
  • Anna Krenz, Kollektiv Dziewuchy Berlin

2:30–2:45 pm: Coffee break

2:45–4:15 pm: Panel III – Generations, Narratives, and Identities: Soviet Camps as Sites of Memory after 1990

The third panel foregrounds generations, narratives, and identities and examines how different generations have shaped perspectives on Soviet internment after 1945. What challenges emerged in the immediate aftermath of the Second World War? What additional challenges have arisen in addressing the victims of Soviet repression since 1989/90 and the collapse of communism in Central and Eastern Europe?

  • Dr. hab Bogusław Kopka, Uniwersytet Komisji Edukacji Narodowej, Krakow
  • Katharina Bergmann-Pfleger, Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung, Graz
  • Evita Feldentale, Latvijas Okupācijas muzejs, Riga
  • Dr. Elke Stadelmann-Wenz, Gedenkstätte Hohenschönhausen, Berlin
  • Dr. Petra Hausstein, Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

4:15–4:30 pm: Coffee break
4:30–6:30 pm: World Café – Workshop on Artificial Intelligence and Memory

Artificial intelligence is being deliberately applied in museums and memorial sites, yet its use also involves significant challenges and pitfalls. The speakers will present examples from their everyday professional practice. In a World Café format, participants will discuss opportunities and potentials as well as obstacles and risks associated with the use of artificial intelligence in relation to visual material, documents, and objects.

  • Paweł Sawicki, Państwowe Muzeum Auschwitz-Birkenau, Oświęcim
  • Dr. Ulrich Mählert, Bundesstiftung Aufarbeitung
  • Michael Gordon, Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf, Potsdam
  • dr Marcin Wilkowski, Uniwersytet Warszawski
  • Konstantin Schönfelder, Zentrum verantwortungsbewusste Digitalisierung, Darmstadt
  • Prof. Dr. Renana Keydar, Hebrew University

7:00 pm: Dinner
Evening: Informal time for conversations

Friday, 10 April 2026

8:00 am: Breakfast

9:00–10:30 am: Panel IV – A Transnational Perspective

The fourth panel offers a transnational perspective on memory cultures. It explores how memories of the Second World War and the post-war period continue to differ across Western and Eastern Europe. Debates surrounding 23 August as the European Day of Remembrance for Victims of Totalitarian Regimes, as well as differing approaches to history and memory politics and their respective trajectories, will be at the centre of the discussion.

  • Bas Kortholt, Westerbork    
  • Oliver Gaida und Laura Stöbener, Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas
  • Dr. Anette Homlong-Storeide, Stiftelsen Falstadsenteret, Ekne
  • Dr. Maria Kaminska, Palmiry Muzeum Warszawa
  • Simina Badica, Haus der Europäischen Geschichte, Bruxelles 

from 11:00 am: Excursion

  • Książ Castle and Palm House – Fürstenstein Castle Tunnels and Nazi Forced Labour, Project Riese
  • Adam Kerpel-Fronius, Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Saturday, 11 April 2026

9:30–11:00 am: Panel V – The Future of Memory

This panel addresses how geopolitical changes in Europe and Russia’s war of aggression against Ukraine are reshaping memory culture and presenting memorial sites with new opportunities and challenges. What might the future of remembrance in Europe look like? What are the key questions facing European memory cultures today? And where can memorial sites and places of remembrance learn from one another?

  • Nicolas Moll, Memory Lab, Sarajevo
  • Irina Radchenko, Holoaust Remembrance Center, Dnipro-
  • Marius Peculius, Fort IX - Kaunas
  • Alla Stashekvich, Belarusian Institute of Heritage, Warzawa
  • Lena Casiez, Camp des Milles, Aix-en-Provence

11:30 am: Departure (bus to Berlin)

The meeting will be simultaneously interpreted in German, English, and Polish.

Logoleiste der beteiligten Organisationen
Veranstalter
Bundesstiftung Aufarbeitung
Thema
Museen und Gedenkstätten