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Öffentlicher Vortrag | Berlin
Ort der Veranstaltung

Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Kronenstraße 5
Die Vortragsreihe wird live ins Internet übertragen, je nach Entwicklung der Corona-Pandemie ggf. auch vor Ort stattfinden
10117 Berlin

Beschreibung

Am 10. Mai 1991 gab Bundeskanzler Kohl in Schkopau ein Versprechen zum Erhalt der Werke des mitteldeutschen Chemiedreiecks. Wenige Stunden später wurde er in Halle mit Eiern beworfen. Beide Ereignisse markierten die Spannweite zwischen Hoffnung und Enttäuschung in Ostdeutschland. Ein erster Schritt zur Restrukturierung der chemischen Industrie stellte der Leuna-Minol-Vertrag vom Januar 1992 dar. Es handelte sich um die größte Investition eines französischen Unternehmens in Ostdeutschland. Der Neubau der Raffinerie war höchst umstritten, wurde von einer Schmiergeldaffäre überschattet und von der Konkurrenz bekämpft. Ohne es offen zu sagen, betrieb die Treuhandanstalt in diesem Fall aktive Strukturpolitik. Inzwischen gehört der Chemiepark Leuna zu den modernsten Standorten in Europa.

Vortrag von Dr. Rainer Karlsch im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Die überforderte Behörde. Neue Forschungen zur Treuhandanstalt“

Referent

Dr. Rainer Karlsch ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte München-Berlin (Abteilung Berlin) und forscht über die Privatisierungspolitik der Treuhandanstalt in der chemischen Industrie/Mineralölwirtschaft. Weitere Forschungsschwerpunkte sind Themen aus der Wirtschafts- und Unternehmensgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.

Rainer Karlsch

 

Der Eintritt ist frei und ohne Anmeldung möglich. Mit Ihrer Teilnahme erklären Sie sich mit der audiovisuellen Dokumentation und Verbreitung der Veranstaltung u. a. im Internet unwiderruflich einverstanden.

Veranstalter
Bundesstiftung Aufarbeitung
Institut für Zeitgeschichte München-Berlin
Thema
Deutsche Einheit
Transformation
Wirtschaft