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Konferenz | Schwerin
Ort der Veranstaltung

Ritterstube Schwerin (Rittersaal)
Ritterstraße 3
19055 Schwerin

Die Fachtagung "Eingesperrt und ausgeschlossen. Der GULag und das ‚Jahrhundert der Lager‘" wurde im Rahmen der Ausstellung "GULag. Spuren und Zeugnisse. 1929 – 1956", die vom 18. Juli bis zum 24. Oktober 2014 im Schweriner Marstall zu sehen ist, konzipiert.

Ihr Anliegen ist es, das sowjetische Lagersystem, wie es von den 1920er bis zu den 1980er Jahren existierte, in einen historischen und gesellschaftlichen Kontext zu setzen. Der Begriff Lager verknüpft sich unweigerlich mit den Massenverbrechen des 20. Jahrhunderts – Zygmunt Baumann nannte es das "Jahrhundert der Lager".

Sind Lager ein ausschließliches Signum der Moderne? Das Phänomen von Lagern, die Menschen einsperren und ausgrenzen, taucht nicht erst in den Kolonialkriegen der Jahrhundertwende auf. Doch die Ressourcen des modernen Staates ermöglichten im 1. Weltkrieg die Masseninternierung von Kriegsflüchtlingen sowie die industriemäßig betriebene Erfassung und wirtschaftliche Ausbeutung von Millionen von Kriegsgefangenen. Kommunismus und Faschismus mussten nur wenig hinzufügen, um ein gewaltiges Repressionsinstrument zu schaffen und für die Durchsetzung ihrer Ideologien zu nutzen. Wie lassen sich Lagersysteme vergleichen, ohne zu relativieren oder zu bagatellisieren? Welchen Stellenwert hat die Erinnerung an die Verbrechen der stalinistischen Lager in der europäischen Erinnerungskultur?

Ein Blick auf die Situation in russischen und anderen Straflagern heute holt die Diskussion über die Vergangenheit in die Gegenwart.

Wenn Sie an der Fachtagung teilnehmen möchten, melden Sie sich bitte bis zum 9. Juli 2014 bei der Landesbeauftragten für Mecklenburg-Vorpommern für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR an:
Tel.: 0385-734006
Fax: 0385-734007
E-Mail: post@lstu.mv-regierung.de

Die Teilnahmegebühr beträgt 15 € (inkl. Verpflegung) und wird vor Ort in bar entrichtet.
Die Tagung wird als Lehrerfortbildung anerkannt.

Veranstalter
Bundesstiftung Aufarbeitung
LStU Mecklenburg-Vorpommern
Thema
Gulag
Lehrerfortbildung