Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Kronenstraße 5
10117 Berlin
Literatur und Politik stehen in kommunistischen Diktaturen in einem Spannungsverhältnis von Anpassung, Widerspruch und innerer Distanz. Schreiben kann zur Gefahr werden – und zugleich zum Ort der Selbstbehauptung. Anlässlich des 40. Todestages des rumäniendeutschen Schriftstellers Rolf Bossert widmet sich der Themenabend den Bedingungen literarischen Arbeitens unter diktatorischer Herrschaft.
Im Mittelpunkt steht die Aktionsgruppe Banat, ein Kreis junger Autoren, der sich Anfang der 1970er-Jahre in Rumänien formierte und gegen ideologische Bevormundung und Indoktrination anschrieb. Überwachung, Drangsalierung, Inhaftierung und Emigration der Beteiligten waren die Folge. Davon ausgehend richtet der Abend den Blick vergleichend auf Autorinnen und Autoren in Rumänien, Ungarn und der DDR: Welche Handlungsspielräume eröffnete Literatur? Wie zeigte sich Widerstand, wenn offener Protest unmöglich war? Und welche Rolle spielte die innere Haltung?
Programm
Begrüßung
Dr. Robert Grünbaum, Bundesstiftung Aufarbeitung
Auftaktvortrag
Herta Müller, geb. in Nitzkydorf (Rumänien), Schriftstellerin, Literaturnobelpreisträgerin
Podiumsgespräch mit:
- Carmen-Francesca Banciu, geb. in Lippa/Lipova (Rumänien), Schriftstellerin
- Dr. Noémi Kiss, geb. in Gödöllő (Ungarn), Schriftstellerin, Dozentin
- Uwe Kolbe, geb. in Ost-Berlin, Lyriker, Prosaautor und Übersetzer
- Ernest Wichner, geb. in Guttenbrunn/Zăbrani (Rumänien), Publizist und Übersetzer
Moderation: Jan Koneffke, geb. in Darmstadt, Dichter, Schriftsteller, Übersetzer
Filmvorführung
»Mein Bukarest – Jan Koneffke über Rolf Bossert«
Anmeldung
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. Bitte melden Sie sich für die Veranstaltung über dieses Formular an.
Die Veranstaltung wird live auf YouTube gestreamt und fotografisch dokumentiert. Mit der Teilnahme vor Ort wird die Zustimmung zur Aufnahme und Veröffentlichung erteilt.