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Filmpräsentation | Leipzig
Ort der Veranstaltung

Cinémathèque Leipzig
Karl-Liebknecht-Straße 46
04275 Leipzig

Aus Anlass des 30 Jahrestages der Deutschen Einheit veranstaltet das Hannah-Arendt-Institut die Filmreihe „Nach dem Jubel". Das Programm rückt die gesellschaftlichen Umbrüche in den frühen 1990er Jahren in den Mittelpunkt. Zwischen Aufbruchstimmung, Resignation und permanenten Veränderungen erscheint diese Phase als eine Zeit voller Widersprüche. Hoffnungen und Enttäuschen gingen Hand in Hand. Die Folgen der Wiedervereinigung, die aktuell wieder verstärkt im Fokus der Öffentlichkeit stehen, wurden von Regisseurinnen und Regisseuren schon damals kritisch reflektiert. Skeptische und verhaltene Blicke standen im Vordergrund. Nach dem Jubel, so scheint es, überwog vor allem im Osten die Ernüchterung. Aber auch in Komödien und Genrefilme spiegeln sich die gesellschaftlichen Veränderungen wider. Verschiedene Dokumentarfilme bieten einen ungefilterten Blick auf Probleme wie Massenarbeitslosigkeit und Rechtsradikalismus.

Die Filme der Reihe ermöglichen mit unterschiedlichen filmischen Mitteln Einlicke in die damaligen Lebenswelten. Sie werfen zugleich wichtige Fragen auf, die bis in die Gegenwart reichen: Welche Rolle spielte die filmische Inszenierung des Ostens im gesamtdeutschen Diskurs? Wurden damals bereits Stereotype geprägt, die bis heute nachwirken? Im Gespräch mit dem Publikum und den Filmemachern sollen diese und andere Fragen im Anschluss an die Filme diskutiert werden.

Grauguß
Deutschland 1990, Dokumentarfilm, Regie: Peter Badel, Dieter Chil und Roman Gustke,

Einführung und Moderation: Andreas Kötzing
Gast: Dieter Chill

Ein spontan entstandener Kurzdokumentarfilm über die „GISAG AG“ in Leipzig, einst eine der größten Eisengießereien in der DDR. Der Film fängt auf subtile Weise die Unsicherheiten der Arbeiter ein, deren Zukunft nach der Auflösung des Kombinats im Juli 1990 völlig unklar war. „Grauguß“ ist ein ungeschliffenes Zeitdokument, in dem die Unwägbarkeiten der Transformationszeit beispielhaft eingefangen sind.

Veranstalter
Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e.V.