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Buchpräsentation | Berlin
Ort der Veranstaltung

Bundesstiftung Aufarbeitung
Kronenstraße 5
10117 Berlin

Armeegeneral Heinz Hoffmann war von 1960 bis zu seinem Tod 1985 DDR-Verteidigungsminister und ab 1973 Mitglied des SED-Politbüros. Allenfalls einigen älteren Zeitgenossen mag in Erinnerung geblieben sein, wie er an Staatsfeiertagen in ordenübersäter Galauniform in der offenen Limousine stehend langsam am Spalier seiner Soldaten entlangfuhr und dabei wie der Prototyp seines Machtmenschen wirkte. Drei in einer geheimen Stasi- Ablage aufbewahrte Aktenbände korrigieren jetzt den Eindruck eines unaufhaltsamen Aufstiegs und lassen das Persönlichkeitsbild vom martialisch auftretenden Moskautreuen Kommunisten differenzierter erscheinen. Ausgerechnet die politische Geheimpolizei der SED, gedacht zur Überwachung und Verfolgung Andersdenkender, hatte den linientreuen Kommunisten mit der mustergültigen Biografie über viele Jahre nicht nur beobachtet, sondern auch dessen Absetzung betrieben. Bisher ging die Forschung davon aus, dass der Staatssicherheitsdienst führende Mitglieder der eigenen Partei nicht ausforschen durfte und dies auch nicht getan hat.

Dr. Siegfried Suckut, bis 2005 Leiter der Abteilung Bildung und Forschung der Stasi-Unterlagenbehörde, hat seine aufsehenerregenden Forschungsergebnisse im Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung 2012 veröffentlicht, dessen Erscheinen Anlass für diese Abendveranstaltung war.

Nach einer Begrüßung der Geschäftsführerin der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur Dr. Anna Kaminsky folgte der Vortrag von Dr. Siegfried Suckut, der anschließend mit Dr. Ulrich Mählert von der Bundersstiftung Aufarbeitung und dem Publikum noch rege über seine Thesen und Erkenntnisse diskutierte.

Ort der Veranstaltung

Veranstalter
Bundesstiftung Aufarbeitung
Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung
Thema
Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung
Parteien
SED
Repression und Haft
Staatssicherheit

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