-
Filmpräsentation | Dresden
Ort der Veranstaltung

Programmkino OST
Schandauer Straße 73
01277 Dresden

Aus Anlass des 30 Jahrestages der Deutschen Einheit veranstaltet das Hannah-Arendt-Institut die Filmreihe „Nach dem Jubel". Das Programm rückt die gesellschaftlichen Umbrüche in den frühen 1990er Jahren in den Mittelpunkt. Zwischen Aufbruchstimmung, Resignation und permanenten Veränderungen erscheint diese Phase als eine Zeit voller Widersprüche. Hoffnungen und Enttäuschen gingen Hand in Hand. Die Folgen der Wiedervereinigung, die aktuell wieder verstärkt im Fokus der Öffentlichkeit stehen, wurden von Regisseurinnen und Regisseuren schon damals kritisch reflektiert. Skeptische und verhaltene Blicke standen im Vordergrund. Nach dem Jubel, so scheint es, überwog vor allem im Osten die Ernüchterung. Aber auch in Komödien und Genrefilme spiegeln sich die gesellschaftlichen Veränderungen wider. Verschiedene Dokumentarfilme bieten einen ungefilterten Blick auf Probleme wie Massenarbeitslosigkeit und Rechtsradikalismus. Die Filme der Reihe ermöglichen mit unterschiedlichen filmischen Mitteln Einlicke in die damaligen Lebenswelten. Sie werfen zugleich wichtige Fragen auf, die bis in die Gegenwart reichen: Welche Rolle spielte die filmische Inszenierung des Ostens im gesamtdeutschen Diskurs? Wurden damals bereits Stereotype geprägt, die bis heute nachwirken? Im Gespräch mit dem Publikum und den Filmemachern sollen diese und andere Fragen im Anschluss an die Filme diskutiert werden.

Neues in Wittstock

Deutschland 1992, Dokumentarfilm,
Regie: Volker Koepp, 94 Minuten 

Einführung: Claudia Böttcher 

Teil sechs einer beeindruckenden Langzeitdokumentation, die Volker Koepp 1974 über eine Gruppe von jungen Näherinnen begann. Wenige Wochen nach dem Fall der Mauer besuchte Koepp die Arbeiterinnen in ihrem Betrieb, um die Folgen der Wiedervereinigung festzuhalten. Individuelle Biographien kontrastiert der Film mit den unaufhaltsamen Folgen der Privatisierung durch die Treuhand. Tausende Arbeitsplätze verschwinden. Ein neuer Investor übernimmt den Betrieb, wenig später wird alles geschlossen. Zurück bleiben Menschen, die ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen müssen und damit nicht selten überfordert sind.

Veranstalter
Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e.V.