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Filmpräsentation | Leipzig
Ort der Veranstaltung

Cinémathèque Leipzig
Karl-Liebknecht-Straße 46
04275 Leipzig

Aus Anlass des 30 Jahrestages der Deutschen Einheit veranstaltet das Hannah-Arendt-Institut die Filmreihe „Nach dem Jubel". Das Programm rückt die gesellschaftlichen Umbrüche in den frühen 1990er Jahren in den Mittelpunkt. Zwischen Aufbruchstimmung, Resignation und permanenten Veränderungen erscheint diese Phase als eine Zeit voller Widersprüche. Hoffnungen und Enttäuschen gingen Hand in Hand. Die Folgen der Wiedervereinigung, die aktuell wieder verstärkt im Fokus der Öffentlichkeit stehen, wurden von Regisseurinnen und Regisseuren schon damals kritisch reflektiert. Skeptische und verhaltene Blicke standen im Vordergrund. Nach dem Jubel, so scheint es, überwog vor allem im Osten die Ernüchterung. Aber auch in Komödien und Genrefilme spiegeln sich die gesellschaftlichen Veränderungen wider. Verschiedene Dokumentarfilme bieten einen ungefilterten Blick auf Probleme wie Massenarbeitslosigkeit und Rechtsradikalismus.

Die Filme der Reihe ermöglichen mit unterschiedlichen filmischen Mitteln Einlicke in die damaligen Lebenswelten. Sie werfen zugleich wichtige Fragen auf, die bis in die Gegenwart reichen: Welche Rolle spielte die filmische Inszenierung des Ostens im gesamtdeutschen Diskurs? Wurden damals bereits Stereotype geprägt, die bis heute nachwirken? Im Gespräch mit dem Publikum und den Filmemachern sollen diese und andere Fragen im Anschluss an die Filme diskutiert werden.

Nie wieder schlafen
Deutschland 1992, Spielfilm, Regie: Pia Frankenberg, 92 Minuten

Einführung und Moderation: Andreas Kötzing
Gast: Pia Frankenberg

Sommer 1991 in Berlin: Die Freundinnen Rita, Lilian und Roberta schippern bei einer Hochzeitsfeier die Spree entlang – und entscheiden sich nach einem Streit mit Ritas Ex spontan zum Aussteigen. Vollkommen frei lassen sie sich in den nächsten Tagen durch die Stadt treiben und lernen Orte, Menschen und einander besser oder ganz neu kennen.
NIE WIEDER SCHLAFEN ist das Portrait dreier Frauen und einer Stadt, die es so nicht mehr gibt. Kaum wiederzuerkennen und doch seltsam vertraut sind die Bilder von Berlin, die Kamerafrau Judith Kaufmann eingefangen hat. Mit ihrer völlig neuen Versuchsanordnung schafft Pia Frankenberg eine perfekte Bühne für die beflügelten Schauspielerinnen und ihre smarten, teils frei improvisierten Dialoge.

Veranstalter
Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e.V.