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Podiumsdiskussion | Berlin
Ort der Veranstaltung

Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Kronenstraße 5
10117 Berlin

Sharepic zur Veranstaltung: Titel in weiß auf blauem Hintergrund
© Bundesstiftung Aufarbeitung

 

In der SED-Diktatur war Freiheitsentzug nicht nur Strafe, sondern auch ein Instrument staatlicher Repression.

Als politischer Gefangener der DDR gilt, wer wegen eines politischen Straftatbestandes, wie z. B. „ungesetzlichem Grenzübertritt“, inhaftiert wurde. Zudem sind auch Menschen umfasst, die aus politischen Gründen und oft unter konstruierten Vorwürfen zu Gefängnisstrafen verurteilt wurden. Abhängig von der Definition schwankt die Anzahl der Betroffenen: Nach Expertenschätzungen ist vom Beginn der DDR im Jahr 1949 bis zu ihrem Ende 1989 von etwa 200.000 politischen Gefangenen auszugehen.

Die Gründe für politische Inhaftierung waren vielfältig. Sie reichten von strafrechtlichen Paragrafen wie „staatsfeindliche Hetze“, „ungesetzliche Verbindungsaufnahme“ und „Zusammenrottung“ bis hin zum Ausreisebegehren. Auch Jugendliche wurden inhaftiert, wenn sie durch nonkonformes Verhalten auffielen.

Zwangsarbeit war integraler Bestandteil politischer Haft in der DDR. In vielen Haftanstalten mussten Inhaftierte für staatliche oder westliche Firmen, etwa IKEA oder ALDI, produzieren. Die Einnahmen flossen in die Staatskasse der DDR. Bei der verpflichtenden Arbeit im Strafvollzug waren die Gefangenen erheblichen Gesundheitsrisiken ausgesetzt, da Sicherheitsstandards vernachlässigt wurden. Wer die Arbeit verweigerte, riskierte Bestrafungen bis hin zu Einzelhaft.

Über die juristische und moralische Aufarbeitung dieser wirtschaftlichen Ausbeutung gibt es anhaltende Debatten. Institutionen und Verbände setzen sich seit Jahren dafür ein, dass gesundheitliche Folgeschäden anerkannt und die Betroffenen entschädigt werden.

In der Veranstaltung kommen Zeitzeugen und Experten miteinander ins Gespräch. Gemeinsam blicken sie auf die Strukturen und Bedingungen politischer Haft in der DDR und diskutieren den aktuellen Stand der Aufarbeitung – insbesondere im Hinblick auf Haftzwangsarbeit und ihre Folgen.

Podiumsgäste
  • Jens Asche │ Medizintechniker i. R. und Zeitzeuge
  • Ines Drechsler │ Juristin und Zeitzeugin
  • Dr. Peter Keup │ Historiker und Zeitzeuge


Moderation: Isabel Fannrich-Lautenschläger │ Journalistin

Weitere Informationen

Bitte melden Sie sich bis spätestens 11. November 2025 über das Formular an.

Während der Veranstaltung können Zuschauer live, im Chat auf dem YouTube-Kanal oder über die E-Mail-Adresse veranstaltungen@bundesstiftung-aufarbeitung.de Fragen stellen.

Bitte beachten Sie die Hinweise zur Barrierefreiheit unserer Veranstaltungen: www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/barrierefreie-veranstaltungen
 

Veranstalter
Bundesstiftung Aufarbeitung
Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft e. V. (UOKG)
Thema
Repression und Haft