Gedenkstätte Bautzner Straße
Bautzner Straße 112a
01099 Dresden
Unter dem Titel „Punitive education. On the relationship between violence, ideology and care in ‘total institutions’ under communist rule”/„Strafe und (Um-)Erziehung. Zum Verhältnis von Gewalt, Ideologie und Fürsorge in ,totalen Institutionen‘ des kommunistischen Herrschaftsbereichs“ findet die 8. Hermann-Weber-Konferenz zur Historischen Kommunismusforschung vom 15. bis 17. April 2026 in Dresden statt.
Die kommunistischen Regime des 20. Jahrhunderts wurden als „Erziehungsdiktaturen“ bezeichnet, da sie die (Um-)Erziehung jedes Einzelnen als Grundlage für den Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft ansahen. Die internationale Tagung wird sich auf jene Institutionen und sozialen Orte konzentrieren, in denen Menschen in besonderem Maße der Willkür des Umerziehungsanspruchs ausgesetzt waren. Der Tagung liegt die Überzeugung zugrunde, dass der Umgang mit Menschen in staatlich erzwungener Obhut – seien es Häftlinge in Gefängnissen und Lagern, Patienten in Psychiatrien, Kinder und Jugendliche in Heimunterbringung etc. – auch ein Gradmesser für die Menschlichkeit bzw. Inhumanität einer Herrschaftsordnung ist.
Die 8. Hermann-Weber-Konferenz wird gemeinsam ausgerichtet von Prof. Dr. Thomas Lindenberger (Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung/HAIT), Dr. Klára Pinerová (Institut für Zeitgeschichte der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik, Prag /ÚSD, HAIT) und PD Dr. Udo Grashoff (Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung/HAIT). Durchgeführt wird die Konferenz in Verbindung mit dem „Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung“, gefördert von der Gerda-und-Hermann-Weber-Stiftung in der Bundesstiftung Aufarbeitung.