Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Kronenstraße 5
10117 Berlin
Auch mehr als 35 Jahre nach dem Ende der DDR sind die Folgen politischer Haft noch deutlich spürbar – nicht nur bei den ehemals Inhaftierten selbst, sondern auch bei ihren Kindern, der „Zweiten Generation“. Obwohl sie die Haft nicht miterlebt haben, sind viele von ihnen durch das Schweigen, die Ängste und die unausgesprochenen Traumata ihrer Eltern geprägt.
Wie erinnern sie sich an die Haftzeit ihrer Eltern? Wie beeinflussen die Hafterfahrungen die nachfolgenden Generationen? Und in welchem Ausmaß findet ein innerfamiliärer Austausch darüber statt?
Über die emotionalen, psychologischen und sozialen Herausforderungen, mit denen Kinder konfrontiert sind, deren Eltern politische Haft erlebt haben, sprechen an diesen Abend:
- Dr. Katrin Klein – Ihre Eltern wurden wegen versuchter Republikflucht inhaftiert. Sie selbst kam kurze Zeit ins Heim.
- Joachim Desens – Sein Vater wurde vom Sowjetischen Militärtribunal verurteilt und musste Zwangsarbeit in Workuta leisten. Joachim Desens wurde später in der Bundesrepublik geboren.
- Dr. phil. Stefan Trobisch-Lütge – Leiter der Beratungsstelle Gegenwind
Moderation: Alexandra Pohlmeier – Regisseurin und Autorin
Während des Abends werden Ausschnitte aus der Interviewreihe „Folgen der Haft“ von Alexandra Pohlmeier gezeigt. Die 13 Filme der Reihe basieren auf rund 80 Zeitzeugeninterviews und zeigen unterschiedliche Perspektiven auf die Langzeitfolgen politischer Haft in der SBZ und DDR. Das Projekt wurde durch die Bundesstiftung Aufarbeitung gefördert.