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Filmpräsentation | Leipzig
Ort der Veranstaltung

Cinémathèque Leipzig
Karl-Liebknecht-Straße 46
04275 Leipzig

Aus Anlass des 30 Jahrestages der Deutschen Einheit veranstaltet das Hannah-Arendt-Institut die Filmreihe „Nach dem Jubel". Das Programm rückt die gesellschaftlichen Umbrüche in den frühen 1990er Jahren in den Mittelpunkt. Zwischen Aufbruchstimmung, Resignation und permanenten Veränderungen erscheint diese Phase als eine Zeit voller Widersprüche. Hoffnungen und Enttäuschen gingen Hand in Hand. Die Folgen der Wiedervereinigung, die aktuell wieder verstärkt im Fokus der Öffentlichkeit stehen, wurden von Regisseurinnen und Regisseuren schon damals kritisch reflektiert. Skeptische und verhaltene Blicke standen im Vordergrund. Nach dem Jubel, so scheint es, überwog vor allem im Osten die Ernüchterung. Aber auch in Komödien und Genrefilme spiegeln sich die gesellschaftlichen Veränderungen wider. Verschiedene Dokumentarfilme bieten einen ungefilterten Blick auf Probleme wie Massenarbeitslosigkeit und Rechtsradikalismus.

Die Filme der Reihe ermöglichen mit unterschiedlichen filmischen Mitteln Einlicke in die damaligen Lebenswelten. Sie werfen zugleich wichtige Fragen auf, die bis in die Gegenwart reichen: Welche Rolle spielte die filmische Inszenierung des Ostens im gesamtdeutschen Diskurs? Wurden damals bereits Stereotype geprägt, die bis heute nachwirken? Im Gespräch mit dem Publikum und den Filmemachern sollen diese und andere Fragen im Anschluss an die Filme diskutiert werden.

Wir können auch anders…

Deutschland 1993, Regie: Detlev Buck, 90 Minuten
Beginn: 22 Uhr
Einführung: Andreas Kötzing

Zwei Analphabeten aus dem Westen machen sich mit einem alten Lastwagen auf den Weg, um einen entlegenen Ort in Mecklenburg zu erreichen, wo sie Omas Gutshof geerbt haben. Auf ihrer schnell zur Odyssee werdenden Reise begegnen sie unterschiedlichsten Personen und hinterlassen eine Spur des Verbrechens, bis sie alsbald von einer Armee von Polizisten verfolgt werden. Mit seinem schrägen Roadmovie wirft Buck ein skurilen Blick auf die schwierige Zeit der Annäherung zwischen Ost und West nach 1989/90.

Veranstalter
Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e.V.