Schirmherr: Der Bundespräsident 
Gefördert durch die Stiftung Deutsche Jugendmarke und die Bundesstiftung Aufarbeitung. 

Was haben Kinder und Jugendliche in der DDR erlebt? Worüber haben sie gelacht, sich geärgert oder sich aufgelehnt? Was zog sie in den Bann? Kinder und Jugendliche in Ost und West kennen den SED-Staat nur noch vom Hörensagen, aus den Erzählungen der Eltern und Großeltern, über die Jahreszahlen aus dem Geschichtsunterricht oder aus den Medien. Aktuelle Untersuchungen offenbaren eine große Unkenntnis und ein gespaltenes und verzerrtes Geschichtsbild, das oftmals den derzeitigen verengenden Debatten (Idealisierung und Verklärung, versus Diktatur und Stasi) im Umgang mit der DDR-Geschichte entspricht. So ist es nicht verwunderlich, dass Kinder und Jugendliche heute zu 90% wenig oder gar kein Wissen über die DDR haben und damit auch über keine differenzierten und kritischen Bewertungsmaßstäbe in Bezug auf das wiedervereinigte Deutschland verfügen. 

Die neue Wanderausstellung des Kindermuseums im FEZ-Berlin für Kinder ab 7 (vom 21.4.2009 - 31.3.2010) beschreitet einen neuen Weg bei der Rekonstruktion der DDR-Geschichte und Aufbereitung von DDR-Geschichtswissen. Auf der Basis persönlicher Quellen und Dokumente von Kindern und Jugendlichen aus dieser Zeit werden wahre Erlebnisse und Begebenheiten interaktiv aufbereitet. Hierdurch werden authentische Einblicke und nicht selten überra­schende Einsichten zum Thema DDR eröffnet. Die Ausstellung greift auf vielschichtige Weise Aussagen von Kindern und Jugendlichen auf, die in dieser Zeit mit ihren Freuden, Kämpfen und ihrem persönlichem Schicksal in der DDR lebten und schildert den äußerst widersprüchlichen und oftmals doppelbödigen Zustand zwischen staatlicher Bevormundung und privat gelebtem Freiraum. Beispielhaft, konkret und „zum Anfassen“ können vielfältige Rückschlüsse und Bezüge zur eigenen Situation als Kind oder Jugendlicher hergestellt und aktuelle Themen und Fragen von persönlicher Freiheit, Demokratie und Alltag vergleichend diskutiert werden. Woran misst sich Demokratie und Freiheit? Lässt sich Freiheit ohne soziale Gerechtigkeit verwirklichen? Kann Demokratie Gleichheit garantieren? Wie kann man Chancen für sich nutzen? 
Schon der Eingangsbereich präsentiert den Grund­gedanken von Geschichte als offenes vernetztes System mit stetig veränderlichen Sichten zugleich real begehbar und symbolisch abgebildet. Geheimnisvolle Schauschränke voller Schubladen und Kästen stellen einen überdimensionalen „Zeitstrahl“ dar, der in 20-Jahresschritten von der Vergangenheit in die Zukunft weist. Dieses Zeit-Archiv ist eine Art „Depot der gesammelten Zeit“, in dem sich die Welt und ihre Geschichte in der Zeit zwischen 1849 bis 2029 mittels unterschiedlicher Fundstücke - gestapelt, aufgereiht, eingeschweißt, eingehüllt und angesammelt – präsentiert. 

Hinter dem DDR-Zeit-Schrank tut sich eine Stadtlandschaft auf, in der man unterschiedliche Tagesabläufe von Kindern und Jugendlichen in der DDR um 1980 nachvollziehen kann. Es sind Tagesabläufe und Geschichten von Menschen, die auf originalen Tagebuchaufzeichnungen, Briefen und anderen persönlichen Aufzeichnungen basieren. Jedes Tagesprotokoll, jede Geschichte gewährt einen lebendigen Eindruck in das Leben der Menschen mit unterschiedlichen Facetten und veränderlichen Perspektiven auf die DDR, die man als Ausstellungsbe­sucher konkret und zum „Anfassen“ erkunden kann. Schwerpunktthe­men sind der Alltag von Kindern und Jugendlichen in der DDR, Schule, Freizeit, Sport, die Rolle der Frau, Familie, Jugendorganisationen, Bildung und Ausbildung, Macht und Macht­missbrauch sowie Beispiele von Opposition und Auflehnung in Kirche, Kunst und Bürgerrechtsbewegung. Fakten und weltpolitische Ereignisse sind in der Ausstellung anschaulich eingebunden. Das Bewusstsein der Kinder und Jugendlichen wird in der Ausstellung dafür geschärft, dass ihr Alltag sich in einem permanenten geschichtlichen Prozess abspielt und es darum geht, sich durch Geschichte(n) darin zu orientieren, zu positionieren und sich als aktiv handelndes Individuum zu begreifen. Kinder und Jugendliche in Ost und West (deshalb eine bundesweite Wanderausstellung) sind nach Besuch der Ausstellung befähigt, Fragen zu stellen - um zu erkunden, was Deutschland mit seiner komplizierten Geschichte und Gegenwart ausmacht. So werden Vorurteile in Ost und West transparent und können abgebaut werden. Pädagogische Betreuung, Lehrerfortbildungen. Zeitzeugengespräche und ein theaterpädagogisches Begleitprogramm ergänzen die Ausstellung.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte direkt an:

Kindermuseum im FEZ-Berlin Straße zum FEZ 2 D-12459 Berlin Tel.: +49(30)53071-181 E-Mail: kindermuseum@fez-berlin.de www.fez-berlin.de

Die Bundesstiftung Aufarbeitung weist darauf hin, dass Anfragen zu dieser Ausstellung von ihren Mitarbeitern weder bearbeitet noch weitergeleitet werden können und bittet um Ihr Verständnis.