#11 Aufschwung Ost

Zu Beginn der 1990er-Jahre war die Situation für die ostdeutsche Wirtschaft nicht leicht: die Produktivität vieler Betriebe war gering, Maschinen veraltet und viele der Absatzmärkte in Osteuropa waren durch den Zusammenbruch der sozialistischen Staaten weggefallen. Dennoch gelang innerhalb weniger Jahre ein wirtschaftlicher Aufschwung und eine Annäherung der Lebensverhältnisse in Ostdeutschland an das westdeutsche Niveau. Ermöglicht wurde das vor allem durch staatliche Konjunkturpakete, die als „Aufschwung Ost“ bezeichnet werden. Im Rahmen dieser Förderungen wurde von 1991 bis 2019 viel Geld in die ostdeutschen Bundesländer transferiert. So gehen Schätzungen von circa 1,5 Billionen Euro aus, die allein in den ersten 20 Jahren gezahlt wurden. Eingesetzt wurden diese Mittel beispielsweise für die Ausbesserung von Straßen, die Sanierung von Innenstädten, den Umweltschutz oder auch den Ausbau wissenschaftlicher Einrichtungen in Ostdeutschland. Um die Kosten für diese Subventionen zu stemmen, wurden zusätzliche Steuern eingeführt, was in der Öffentlichkeit teils kontrovers diskutiert wurde. Insgesamt betrachtet kann der „Aufschwung Ost“ als Erfolg gelten. Gleichwohl bestehen heute weiterhin Unterschiede zwischen Ost und West, zum Beispiel im Lohnniveau, bei den Rentenhöhen oder der Wirtschaftsleistung.

 

Mehr erfahren:

Den Audiomitschnitt der Veranstaltung: „‚Blühende Landschaften‘ oder ‚Jammertal Ost‘: Der wirtschaftliche Transformationsprozess nach der Wiedervereinigung“ gibt es hier.