#04 Freiheitsrechte

Die DDR war eine Diktatur, in der alle Macht bei der SED, der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, lag. Die SED bestimmte zum Beispiel, wer studieren durfte, was im Fernsehen gezeigt oder in den Zeitungen geschrieben wurde und welche Dinge es in der DDR zu kaufen gab. Wer die Politik kritisierte oder einfach nur unangepasst war, musste mit Überwachung durch die Stasi oder mit anderen Repressalien bis hin zur Inhaftierung rechnen. Auch verhinderte die SED, dass die Bürger der DDR reisen konnten, wohin sie wollten. Damit die Menschen nicht aus der DDR fliehen, wurde 1961 in Berlin die Mauer errichtet und die Grenze zur Bundesrepublik stark befestigt. So schränkte der Staat über 28 Jahre die Freizügigkeit seiner Bürger massiv ein. Erst im Herbst 1989 fand in der DDR die Friedliche Revolution statt. Die Menschen forderten mehr Freiheitsrechte und stürzten das SED-Regime. Jetzt konnten sie vieles tun, was vorher nicht ging: Sie gründeten zum Beispiel neue Parteien, die dann zur ersten freien Wahl im März 1990 antraten. Künstler konnten im Januar 1990 erstmals eine Ausstellung ohne staatliche Genehmigung präsentieren. Auch entstanden neue Zeitungen und Geschäfte, die freie Meinungsäußerung und freies Unternehmertum ermöglichten. Und viele Ostdeutsche erfüllten sich 1990 die lang gehegten Träume von einer Reise ins westliche Ausland.