#05 Friedliche Revolution

Die Phase vom Frühjahr 1989 bis zu den ersten freien Wahlen in der DDR im März 1990 wird als „Friedliche Revolution“ bezeichnet. In dieser Zeit brachten die Bürgerinnen und Bürger der DDR das SED-Regime friedlich zu Fall. Bei den Kommunalwahlen im Mai 1989 hatte die Oppositionsbewegung erstmalig beweisen können, was schon lange Praxis war: Die SED hatte die Wahlen systematisch gefälscht. Die Unzufriedenheit der DDR-Bürger wuchs. Tausende versuchten über Ungarn das Land zu verlassen oder stellten Ausreiseanträge. Im Herbst 1989 gingen dann hunderttausende Menschen in den Städten der DDR auf die Straße, um gegen die Regierung zu demonstrieren. Am 9. November fiel die Mauer unter dem Druck der Proteste. Bald darauf setzten sich Vertreter der Opposition mit der DDR-Regierung zusammen. Sie wollten so das Vorgehen der Regierung kontrollieren und den Prozess der Demokratisierung voranbringen. Anfang Dezember 1989 besetzten mutige Demonstranten die Zentrale der Staatssicherheit in Erfurt und kurz darauf auch in Berlin. Die Stasi wurde aufgelöst. Im März 1990 nahm dann die erste frei gewählte DDR-Regierung ihre Arbeit auf. Die Friedliche Revolution ist ein ganz besonderes Ereignis in der deutschen Geschichte, das auch international viel Beachtung findet. Denn ein Volk stürzte hier durch friedliche Massenproteste eine Diktatur. Eine gewaltsame Niederschlagung der Proteste gab es nicht.

 

Mehr erfahren:

  • Die Zeit 1989/90 war in ganz Europa von Aufbrüchen und Umbrüchen gekennzeichnet. Eine Chronik wichtiger Ereignisse und dazu weiterführende Informationen findet ihr hier.  
  • Ein Arbeitsheft zur Friedlichen Revolution in einfacher Sprache ist kostenlos bei Lehrer-Online herunterladbar, zum Download
  • Den Audiomitschnitt der Veranstaltung: „Kerze und Gewehr. Die Revolutionen zwischen Friedfertigkeit und Gewalt“ gibt es hier.