#13 Rechtsextremismus

Nach der deutschen Einheit erlebte die gesamte Bundesrepublik und insbesondere Ostdeutschland eine Welle rechtsextremer Gewalt. Gründe hierfür lagen unter anderem im verharmlosenden Umgang der SED-Diktatur mit Rechtsextremismus, in einer latenten Ausländerfeindlichkeit in der DDR und in den Ereignissen der Umbruchszeit ab 1989. Rechtsextremisten aus Westdeutschland warben damals gezielt Mitglieder und Wähler in den neuen Bundesländern. In den neunziger Jahren zogen dann rechte Parteien erstmals in ostdeutsche Landtage ein. Besonders bestürzend waren die rechtsextremen Gewalttaten während der frühen 1990er-Jahre. 1991 überfielen Rechtsextreme in Hoyerswerda unter dem Beifall von Zuschauern die Unterkünfte mosambikanischer Vertragsarbeiter. In Rostock-Lichtenhagen attackierten sie 1992 tagelang die Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber. Die Polizei griff nur unzureichend ein und schaffte es nicht, die pogromartigen Angriffe zu unterbinden. Aber auch in Westdeutschland gab es Übergriffe. Bei Brandanschlägen im November 1992 in Mölln und im Mai 1993 in Solingen wurden acht Menschen getötet, weitere wurden schwer verletzt. Die Übergriffe und Morde riefen bundesweit Bestürzung und Solidarität hervor. Unter dem Hashtag „Baseballschlägerjahre“ haben in den letzten Jahren Betroffene versucht, auf ihre gewaltvollen Erlebnisse aus dieser Zeit aufmerksam zu machen. Auch heutzutage werden in Deutschland wieder vermehrt rechtsextreme Taten verübt, die ein Angriff auf die verfassungsrechtliche Demokratie und die Menschrechte sind.

Mehr erfahren:

Mehr zum Thema könnt ihr zum Beispiel in der Podiumsdiskussion „Geschlossene Gesellschaft. Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit in der DDR und in (Ost-) Deutschland“ von 2016 erfahren, die hier nachzuhören ist.