Kurzbeschreibung

Die Zentrale Erfassungsstelle der Landesjustizverwaltungen in Salzgitter wurde 1961 auf Bestreben des Regierenden Bürgermeisters in Berlin, Willy Brandt, eingerichtet. Da mit dem Mauerbau das letzte Schlupfloch in die Bundesrepublik für die Bürgerinnen und Bürger der DDR geschlossen wurde, aber dennoch weiterhin viele Menschen versuchten die DDR über die innerdeutsche Grenze zu verlassen, setzten die die Flüchtigen extremen Gefahren aus, um der Diktatur zu entkommen. Die Zentrale Erfassungsstelle registrierte alle ihr bekannten Gewalttaten der DDR gegen deren Bewohnerinnen und Bewohner. Neben politischer Verfolgung, Unrechtsverurteilungen und Misshandlungen in Strafvollzug wurden auch Hinweise auf versuchte oder vollendete Tötungshandlungen insbesondere an der innerdeutschen Grenze dokumentiert. Über 42.000 Fälle konnte die Zentrale Erfassungsstelle in der Zeit ihres Bestehens (bis 1992) sammeln und damit zur juristischen Aufklärung des Unrechts in der SED-Diktatur beitragen. Die DVD gibt einen Überblick über ihre Arbeit und deren Bedeutung für die Opfer des Unrechts. Der DVD ist ein umfangreiches Angebot an didaktischem Begleitmaterial beigefügt.

Didaktische Aufbereitung

Die didaktischen Materialien sind in insgesamt dreizehn Module unterteilt, welche sich neben der Fragestellung in der Arbeitsform (Gruppenarbeit, Diskussionsforum, Expertengespräch, Rollenspiel etc.) und Länge (von zehn Minuten bis zwei Stunden) voneinander unterscheiden. Durch die verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten lassen sich die Module optimal auf die Planung der Lehrerinnen und Lehrer einstellen. Neben dem Film als Hauptquelle stehen den Lernenden für Rechercheaufgaben verschiedene Informationsquellen aus dem Internet zur Verfügung, welche in unterschiedliche Schwierigkeitsgrade eingeteilt sind. Die Lehrkräfte können so eine individuelle Strukturierung in Abstimmung mit dem Lernniveau der Schülerinnen und Schüler erreichen. In den einzelnen Modulen steht die Herausbildung der methodischen, analytischen und rhetorischen Kompetenzen der Schüler in Vordergrund. Bei Diskussionen darüber, wie die Taten von Grenzsoldaten der NVA juristisch zu bewerten sind oder welche Rolle der Erinnerungskultur und Gedenkpolitik an den SED-Staat spielt, wird zudem ein besseres Verständnis für politische Systeme gefördert. Die Aufgaben sind so konzipiert, dass sie als Grundlage für umfangreichere Aufgaben genutzt werden können und daraus Referate oder Hausarbeiten gebildet werden können. Um auch mit relativ begrenzter Zeit einen vielseitigen und abwechslungsreichen Aufgabenbereich zu schaffen, sind einige Module so angelegt, dass sie beispielsweise in verschiedenen Stationen von relativ kurzer Dauer (fünfzehn bis zwanzig Minuten) abgearbeitet werden oder sie in verschiedenen Variationen und Kombinationsmöglichkeiten angeboten werden.

DVD Das Archiv des Unrechts - Die zentrale Erfassungsstelle Salzgitter
Herausgeber/Institution
Niedersächsisches Ministerium für Inneres und Sport, paedigi (Pädagogik digital) und die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Bibliographische Angabe
Sebastian Eschenbach (2013): „Das Archiv des Unrechts – die Zentrale Erfassungsstelle in Salzgitter.“ DVD. Hrsg. Von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Laufzeit ca. 42 Minuten
Bezugsmöglichkeit
https://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/de/publikationen/das-archiv-des-unrechts
Preis
5,00EUR
Verwendbar für Klassenstufe
10
11-13
7
8
9
Verwendbar im Unterrichtsfach/in den Unterrichtsfächern
Ethik
Geschichte
Politik
Rechtserziehung
Sozialkunde
Material behandelt folgende(s) Jahrzehnt(e)
1960er
1970er
1980er
1990er