Kurzbeschreibung

Hunderttausende Menschen fanden im Herbst 1989 in der DDR den Mut, öffentlich gegen das SED-Regime aufzubegehren. Die Politik von Glasnost und Perestroika in der Sowjetunion unter Michail Gorbatschow, die eine Öffnung des Staates bedeutete, hatte die SED-Führung bereits von außen unter Druck gesetzt. Hinzu kam die Ausreisewelle von DDR-Bürgern und die verstärkte Organisation der Opposition in der DDR. Immer mehr Menschen fanden sich zu Friedensgebeten zusammen, aus denen sich die Montagsdemonstrationen entwickelten. Sie wurden zu einer Massenbewegung, welche die SED-Führung schließlich zum Rücktritt und zur Öffnung der Grenzen zwangen. Damit wurde auch der Ruf der Bevölkerung nach einer Vereinigung Deutschlands lauter - ohne die Demonstrationen und Proteste im Herbst wäre der Sturz der Regierung nicht erfolgt und freie Wahlen nicht abgehalten worden. Im Frühjahr feierte bei diesen Wahlen die "Allianz für Deutschland" mit ihrem Bekenntnis zu einer schnellen Deutschen Einheit einen überwältigenden Wahlsieg.
Hunderttausende waren es, die in der Nacht zum 3. Oktober 1990 in Berlin wie andernorts das Ende der deutschen Teilung mit einem großen Volksfest feierten.
Das im Jahre 2000 erschienene Arbeitsmaterial für den Unterricht zieht eine Bilanz nach zehn Jahren deutscher Einheit. Es ist eine erste Zwischenbilanz, die Etappen des Vereinigungsprozesses nach der staatlichen Vereinigung 1990 deutlich macht. Nicht alle Erwartungen konnten in kurzer oder längerer Zeit erfüllt werden. Die "blühenden Landschaften" gab und gibt es bisher nicht überall, die Lebensverhältnisse glichen sich nicht so schnell an, die Arbeitslosigkeit im Osten explodierte. Gebrochene Biographien führten zu Identitätsverlust und zur Ausprägung von zum Teil ganz unterschiedlichen Erinnerungskulturen an die DDR zwischen den Ost- und den Westdeutschen. Unbestritten ist der gewaltige wirtschaftliche Aufholprozess in den neuen Bundesländern. Auch die Errungenschaften der Demokratie - Freiheit, Rechtsstaat, freie Wahlen und freie Meinungsäußerungen - zogen im Osten Deutschlands ein. Aus dieser differenzierten Bilanz wurden Materialien für den Unterricht erarbeitet.
Das Heft enthält in vier Bausteine geordnete Unterrichtsvorschläge zu den Themen "Vereint und doch nicht eins", "Gesellschaftlicher Wandel in Ostdeutschland", "Vom Plan zum Markt" und "Einheit braucht Zeit".

Didaktische Aufbereitung

Das in der Zeitschriftenreihe "Politik & Unterricht" von der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg veröffentlichte Heft begründet in der Einleitung die Wichtigkeit und Aktualität der Thematik, benennt Ziele des Unterrichts auf dieses Thema bezogen, stellt Überlegungen zu Methoden im Unterricht an und schlägt verschiedene Projekte vor, darunter die Zusammenarbeit mit einer ostdeutschen Schule, eine Reise durch ostdeutsche Städte, die Gestaltung von Plakaten und die Erstellung eines Hörspiels. Die einzelnen Unterrichtsbausteine werden kurz eingeführt und mit allgemeinen unterrichtspraktischen Hinweisen versehen. Dazu werden Fragen und Aufgaben formuliert, die zu den Quellen gehören, die zu jedem Unterrichtsbaustein geliefert werden. Bei diesen Quellen handelt es sich um Bild- und Textquellen. Bei der Internetversion des Arbeitsheftes dürfen aus urheberrechtlichen Gründen nicht alle Bilder gezeigt werden.

Cover der Publikation "Politik und Unterricht: Deutschland wächst zusammen"
Herausgeber/Institution
Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg
Bibliographische Angabe
Politik & Unterricht. Zeitschrift für die Praxis der politischen Bildung. Heft 2/2000: Deutschland wächst zusammen. Eine Zwischenbilanz nach zehn Jahren
Bezugsmöglichkeit
Kostenloser Download: http://www.politikundunterricht.de/2_00/deutschland.pdf
Preis
0,00EUR
Verwendbar für Klassenstufe
10
11-13
Verwendbar im Unterrichtsfach/in den Unterrichtsfächern
Geschichte
Politik
Material behandelt folgende(s) Jahrzehnt(e)
1990er