Kurzbeschreibung

Die Einwohner der DDR, die unmittelbar an der Grenze zur Bundesrepublik Deutschland lebten, waren einer besonderen Situation ausgesetzt. In Folge des Zweiten Weltkrieges wurde Deutschland in vier Besatzungszonen eingeteilt, noch 1945 wurden die Demarkationslinien festgelegt. 1946 verschärften die sowjetischen Besatzer die Grenzkontrollen in ihrer Zone. Im Jahre 1952 beschloss die DDR die Errichtung eines Sperrgebiets an der Grenze und begann mit der ersten Zwangsaussiedlungsaktion aus dem Grenzgebiet "Ungeziefer", diese wurde ab 1961 als "Aktion Kornblume" fortgesetzt. Vor allem der DDR kritisch geneüber eingestellte Bürger mussten ihre Heimatorte zwangsweise verlassen und wurde häufig in weit entfernte Städte oder Dörfer angesiedelt. Im Laufe der Jahrzehnte wurde die Grenze durch die DDR immer weiter abgeriegelt. Die Ortschaften unmittelbar an der Grenze waren Ausgangspunkt für zahlreiche Fluchtversuche.
Die DVD enthält historische Filmaufnahmen und Zeitzeugeninterviews zum Beispiel des Dorfes Großburschla in Thüringen. Der Film ist in vier Kapitel gegliedert: "Republikflucht - Die Geschichte der Familie Müller aus Großburschla"; "Zur Besonderheit des thüringischen Großburschla"; "Jugend, Kultur, Alltag - Großburschla in den 1980er Jahren" und "Die politische Wende 1989 - Ereignisse im ehemaligen Sperrgebiet". Mit der Fluchtgeschichte Reinhard Müllers am Beginn des Films wird eine Familiengeschichte aus Großburschla begonnen, die durch Flucht, Zwangsaussiedlung, Überwachung, Repressionen und Wiederansiedlung bis in die Gegenwart reicht. Das alltägliche Leben im Sperrgebiet wird ebenso dargestellt, wie der Kontrast zwischen dem Verfall des Dorfes und dem gleichzeitigen Auf- und Ausbau der Grenzanlagen.

Didaktische Aufbereitung

Die von paedigi (Pädagogik digital) erstellten Arbeitsmaterialien enthalten diverse Unterrichtsmodule zu den einzelnen Kapiteln des Films, die unabhängig voneinander und fächerübergreifend genutzt werden können. Die einzelnen Unterrichtseinheiten zu Flucht, innerdeutscher Grenze, Ministerium für Staatssicherheit und Leben im Grenzgebiet sind klar gegliedert, mit Zeitangaben versehen und nennen zu den einzelnen Filmausschnitten mögliche Aufgabenstellungen sowie weiterführende Angaben zu darüberhinausgehenden Recherchen im Internet. Je nach zur Verfügung stehender Zeit sind die Unterrichtsmodule unterschiedlich ausgerichtet. Für ein drei- bis vierstündiges Projekt wird ein Rollenspiel zum Film vorgeschlagen.

DVD Niemandsland
Herausgeber/Institution
paedigi (Pädagogik digital) und Bundesstiftung Aufarbeitung
Bibliographische Angabe
Es gab kein Niemandsland - Ein Dorf im Sperrgebiet. Ein Film von Hans Sparschuh und Rainer Burmeister, Heimatfilm GbR, herausgegeben von der Stiftung Aufarbeitung 2006. Laufzeit ca. 45 Minuten
Technische Hinweise
Die der DVD beiliegenden Arbeitsmaterialien sind im PDF-Format gestaltet und lassen sich nur über einen PC/MAC mit DVD-Laufwerk nutzen.
Bezugsmöglichkeit
Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Kronenstraße 5, 10117 Berlin, Fax: 030-319895-210; buero@stiftung-aufarbeitung.de
Preis
7,50EUR
Verwendbar für Klassenstufe
11-13
5-10
Verwendbar im Unterrichtsfach/in den Unterrichtsfächern
Deutsch
Erdkunde
Geschichte
Informationstechnische Grundbildung
Politik
Material behandelt folgende(s) Jahrzehnt(e)
1960er
1970er
1980er