Kurzbeschreibung

Das dem Thema "DDR" gewidmete Heft der pädagogischen Zeitschrift "Geschichte lernen" schlägt unterschiedliche Zugänge zur Thematik im Unterricht vor. Daraus resultieren gleich mehrere Vorschläge für die Gestaltung von Unterrichtseinheiten, die einen Schwerpunkt auf die Alltagsgeschichte legen, womit jedoch nicht die Herrschafts- und Oppositionsgeschichte verdrängt werden soll. In einer ersten Unterrichtseinheit wird der "Comic-Alltag" in der DDR thematisiert. Die DDR-Führung sah das Medium Comics sehr kritisch. Sie wurden in den fünfziger Jahren als "Schund und Schmutz" bezeichnet. In FDJ-Kreisen wurden sogar Comic-Verbrennungen durchgeführt. Comics erfreuten sich dennoch großer Beliebtheit. So kam die SED-Führung zu dem Schluss, den westlichen Comics eigene Publikationen entgegenzusetzen und begann 1955 mit der Veröffentlichung der Magazine "Atze" und "Mosaik". Sie hießen jedoch nicht "Comics", sondern "sozialistische Bildergeschichten". Am Beispiel der Zeitschrift "Mosaik" wird ein Unterrichtsvorschlag als exemplarisches Beispiel für die DDR-Jugendkultur unterbreitet. Der zweite Unterrichtsvorschlag beschäftigt sich mit Freizeitaktivitäten in Ost und West und legt dabei einen Schwerpunkt auf das DDR-Kleingartenwesen. Dabei wird deutlich, welche Nischenfunktion der private Kleingarten erfüllte, wobei die DDR-Staatsführung ihn hingegen besonders als zusätzliche Versorgungsmöglichkeit in der Mangelwirtschaft sah. Um die Mangelwirtschaft in der DDR geht es auch in einem weiteren Unterrichtsvorschlag zur Konsumkultur und der Produktkommunikation. Dabei soll das Konsumverhalten in Ost und West analysiert und vor dem Hintergrund der historischen Bedingungen reflektiert werden. Die Erfahrungen des Mangels in der DDR und die anfänglichen Formen der Werbung im Sozialismus werden der Warenwelt im Westen gegenübergestellt. Alle Kinder und Jugendlichen in der DDR waren Mitglieder in der staatlichen Pionierorganisation. Nach dem Willen der SED sollten die Pioniere und die späteren Mitglieder der FDJ die Kampfreserve der Staatspartei SED sein. Am Beispiel der durchgeführten Pionierveranstaltungen wird gezeigt, wie die SED bereits die Kinder ideologisch indoktrinierte. In der vorgeschlagenen Unterrichtseinheit wird als Fallbeispiel ein Gruppenbuch von Pionieren analysiert. Als Fallbeispiel für die Interpretation historischer Bilder wird die Flucht des DDR-Grenzpolizisten Conrad Schumann am 15. August 1961 - zwei Tage nach dem Mauerbau - vorgestellt. Ein Berufsfotograf hatte ein Foto davon geschossen, wie der uniformierte Schumann über den Stacheldraht in den Westen sprang. Das Foto ging um die Welt. Anhand dieses Fotos wird in einer Unterrichtsstunde der Hintergrund zum Mauerbau erläutert. Mit einem Comic können die Schüler das Foto ergänzen. In einer weiteren Unterrichtseinheit geht es um den Fluchtversuch von Peter Fechter, der 1962 an der Berliner Mauer verblutete. Er hatte fast eine Stunde lang blutend im Grenzgebiet gelegen, bevor er von DDR-Grenzposten geborgen wurde und auf dem Weg ins Krankenhaus starb. Das Schicksal Fechters erschütterte die Welt und zeigte, das SED-Regime in seiner ganzen Brutalität. Ein Fernsehteam hatte den Fluchtversuch gefilmt. In der vorgeschlagenen Unterrichtseinheit soll mit dem Originalfoto vom abtransportierten Fechter und mit Fotovergleichen gearbeitet werden. Für den Fall der Mauer im November 1989 wird die Durchführung eines Projektes mit Zeitzeugenbefragungen aus ost- und westdeutscher Sicht vorgeschlagen. Statte eines selbst durchgeführten Prüjektes werden Zeitzeugenaussagen zur Verfügung gestellt, die in Unterrichtsstunden ausgewertet werden könnten. Schließlich enthält das Heft auch einen Unterrichtstipp zu dem Roman "Lilly unter den Linden" von Anne C. Voorhoeve. In dem Buch geht es um eine Waise, die aus Hamburg nach Jena in die DDR übersiedelt. Ein entsprechender Textausschnitt über ihre Erlebnisse ist abgedruckt.

Didaktische Aufbereitung

Das Heft enthält eine Einführung zum Thema, wie DDR-Geschichte überhaupt im Unterricht behandelt werden könnte. Die folgenden einzelnen Unterrichtsvorschläge, die jeweils für ein bis zwei Unterrichtsstunden geeignet sind, enthalten jeweils eine kurze Einführung in die spezielle Thematik sowie Vorschläge für Arbeitsaufträge der dazugehörenden im Heft abgedruckten Materialien. Diese Materialien sind Bild- und Textquellen, die zur Verteilung im Unterricht gedruckt wurden. Hinweise zum Unterrichtsverlauf werden ebenfalls gegeben. Neben den Vorschlägen für Unterrichtsstunden kann das vorgeschlagene Zeitzeugenprojekt auch als einzelne Unterrichtsstunde konzipiert werden. Mit einer zusätzlich zum Heft bestellbaren CD können zu jeder Unterrichtseinheit Hörbeispiele als Quelle im Unterricht abgespielt werden.

Aufgeschlagenes Buch vor einer Bücherwand
Herausgeber/Institution
Friedrich Verlag
Bibliographische Angabe
Geschichte lernen H. 111/2006: DDR
Bezugsmöglichkeit
https://www.friedrich-verlag.de/shop/ddr-517111
Preis
18,50EUR
Verwendbar für Klassenstufe
11-13
5-10
Verwendbar im Unterrichtsfach/in den Unterrichtsfächern
Deutsch
Geschichte
Material behandelt folgende(s) Jahrzehnt(e)
1950er
1960er
1970er
1980er