Kurzbeschreibung

Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichten von fünf Fotos aus dem Herbst 1989 und dem Anfang des Jahres 1990. Nie wurde in der DDR so viel fotografiert wie 1990. So zeigt das Bild einer durch einen Leipziger Demonstrationszug aufgehaltenen Straßenbahn die Protestbewegung in der DDR im Herbst 1989. Gleichzeitig ist die am 25. September 1989 in Leipzig feststeckende Straßenbahn ein Symbol für die damalige Situation im SED-Staat. Wie bereits die Montage zuvor zogen immer mehr Menschen nach Friedensgebeten in der Leipziger Nikolaikirche durch die Stadt und demonstrierten für eine demokratische Umgestaltung des Landes. Das Foto des Bürgerrechtlers Johannes Beleites gelangte sogar damals noch in die Tagesschau der ARD.
Eine zweite Geschichte wird mit einer Fotografie eines bemalten Stückes der Berliner Mauer dargestellt. Am 20. November 1989 bemalten Ost-Berliner Künstler den Ost-Teil der Berliner Mauer. Am 9. November war in Berlin die Mauer gefallen - Menschen aus der DDR konnten ab dem Zeitpunkt wieder ungehindert in den Westen reisen. Auch wenn die Mauer noch die Staatsgrenze manifestierte, war sie doch überflüssig geworden - und konnte zu einem Kunstprojekt werden. Ein französischer Unternehmer unterstützte Ost-Berliner Künstler mit einer LKW-Lieferung Farbe aus Frankreich. Die Mauer wurde hier zum Malgrund - solange bis Grenzsoldaten die Aktion beendeten und die Bilder weiß übertünchten. Im Frühjahr 1990 begannen dann 118 Künstler aus 21 Ländern mit  East-Side-Gallery - der Bemalung eines mehr als 1,3 Kilometer langen Teilstücks der Berliner Mauer, das bis heute künstlerisch gestaltet besteht.
Das dritte Foto führt nach Bautzen. Hier kam es am 5. Dezember 1989 zu einem Häftlingsaufstand. Die Gefangenen legten ihre Arbeit nieder und verweigerten ihr Essen. Sie demonstrierten mit Transparenten aus den Zellen und Aufdrucken "Keine Gewalt" - wie das Foto dieses Tages es dokumentiert. Die Häftlinge forderten bessere Haftbedingungen und eine Amnestie. Die Situation drohte zu eskalieren als der Gefängnisleiter den Schießbefehl erteilte. Bürgerrechtler wurden auf die Situation im Gefängnis aufmerksam und trafen sich mit Häftlingsvertretern. Am nächsten Tag erließ die DDR eine teilweise Amnestie. Auch in Bautzen entspannte sich schließlich die Situation.
Das vierte Foto stammt vom 1. Januar 1990 aus einer Kaserne in Beelitz. Es zeigt die Situation innerhalb der NVA während der Friedlichen Revolution. Die Ereignisse des Protest-Herbstes gingen nicht spurlos an den zahlreichen Wehrpflichtigen und anderen Soldaten, die ihren Dienst versahen, vorüber. In der Armee brodelte es, Zweifel am Wehrdienst wurden laut. In Beelitz begannen die Soldaten zu streiken. Sie campierten vor der Kaserne und machten damit in der Öffentlichkeit auf ihre Lage aufmerksam. Der Streik griff auf die gesamte Armee über. Die Forderungen, beispielsweise nach Verkürzung der Wehrdienstzeit, wurden sehr rasch von der DDR-Führung erfüllt.
Mit der letzten Fotografie aus Dessau vom 31. Januar 1990 wird ein Kapitel über die Kampfgruppen in der DDR dargestellt. Sie hatten die Aufgabe, die Betriebe bewaffnet zu schützen. DDR-weit hatten die Kampfgruppen mehr Angehörige als die NVA. Sie waren vor allem nach den Erfahrungen des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 in der DDR auf- und ausgebaut worden, um Aufstände in den Betrieben zu verhindern. In der Dessauer Magnetbandfabrik forderte 1989 die Belegschaft die Auflösung der Kampfgruppen. Als die Waffen aus der Fabrik geschafft wurden, verlangten die Bürger die Vernichtung dieser Maschinengewehre und -pistolen und erreichten dies auch nach Verhandlungen am Runden Tisch. In einer Dessauer Gießerei wurden die Waffen nach ihrer Zerstörung eingeschmolzen und Jahre später daraus eine Friedensglocke gegossen.
Die einzelnen Kapitel sind neben dem historischen Foto auch mit historischen Filmaufnahmen sowie mit Zeitzeugeninterviews gestaltet.

Didaktische Aufbereitung

Auf der DVD sind von paedigi (Pädagogik digital) erstellte didaktische Begleitmaterialien für die Sekundarstufe I und II enthalten. Die Module sind für unterschiedliche Längen gestaltet und ermöglichen anhand von Filmausschnitten Unterrichtseinheiten zu den Themen Montagsdemonstrationen, Revolution der Künstler, Aufstand der Häftlinge, Revolution der Soldaten und den Kampfgruppen in der DDR. Zu den einzelnen Modulen werden mögliche Aufgabenstellungen formuliert. Zudem gibt es Arbeitsblätter mit Aufgabenstellungen. Zu den im Film vorgestellten Orten wird eine Exkursion vorgeschlagen. Für weiterführende Informationen wurde eine Medienliste erstellt.

Herausgeber/Institution
paedigi (Pädagogik digital) und Bundesstiftung Aufarbeitung
Bibliographische Angabe
Wendebilder - Fünf Fotos und ihre Geschichten. Ein Dokumentarfilm von Karoline Kleinert, hrsg. von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Berlin 2. Auflage 2019, Laufzeit ca. 45 Minuten
Technische Hinweise
Die der DVD beiliegenden Arbeitsmaterialien sind im PDF-Format gestaltet und lassen sich nur über einen PC/MAC mit DVD-Laufwerk nutzen.
Bezugsmöglichkeit
Bestellbar unter https://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/friedliche-revolution-und-deutsche-einheit-2468.html?PAGE=artikel_detail&artikel_id=42
Preis
5,00EUR
Verwendbar für Klassenstufe
5-10
5-9
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7
8
9
10
11-13
11
12
13
9-12
9-13
10-13
5-13
Verwendbar im Unterrichtsfach/in den Unterrichtsfächern
Geschichte
Deutsch
Politik
Kunst
Informationstechnische Grundbildung
Material behandelt folgende(s) Jahrzehnt(e)
1980er
1990er