Leuna steht heute für den größten zusammenhängenden Industriekomplex Ostdeutschlands, ein Erfolgsbeispiel der Deutschen Einheit. Trotz aller Skandale, Brüche und Zäsuren steht Leuna heute für gelungene Standortpolitik. Und doch hat die Transformation hier Spuren hinterlassen. Leuna ist eine Region voller Widersprüche und steht damit beinahe exemplarisch für viele Regionen in Ostdeutschland.
Verfügbar bis 17.10.2026
Hinter barocken Mauern verbarg sich über Jahrzehnte ein düsteres Kapitel deutscher Geschichte: das Gefängnis Lindenstraße in Potsdam. Einst NS-Erbgesundheitsgericht, dann sowjetisches Untersuchungsgefängnis – später Stasi-Haftanstalt mit dem zynischen Namen „Lindenhotel“. Hier wurden tausende Menschen unter grausamen Bedingungen inhaftiert: wie Jochen Stern, mit 19 zu Lagerhaft verurteilt, oder Marita Rösler, die ihren Sohn jahrelang nicht sehen durfte. 1989 wandelt sich der Ort – vom Symbol der Unterdrückung zum Ort der Hoffnung: Die erste freie Volkskammerwahl wird hier vorbereitet. Heute ist die Gedenkstätte ein Mahnmal gegen das Vergessen – und ein Zeichen für den langen Weg zur Demokratie.
Verfügbar bis 07.05.2026
Der Film erzählt die Geschichte der Künstlergruppe Clara Mosch und der Galerie Oben, die seit den 1970er Jahren in Karl-Marx-Stadt/Chemnitz mit Happenings, Performances und kollektiven Kunstaktionen die Grenzen des Sag- und Sichtbaren in der DDR verschoben. Mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen spürt der Film dieser subkulturellen Parallelwelt zwischen Kunst und Alltag nach – einer nonkonformen Szene, die Fans begeisterte und Stasispitzel auf den Plan rief.
Verfügbar bis 28.03.2026
„Über sieben Brücken musst du gehen“ – eine Zeile, die fast jeder kennt. Ein Lied mit tiefer Symbolik, das in Zeiten des Kalten Krieges die Menschen im geteilten Deutschland berührte. Doch wie entstand dieser Song?
Die Doku erzählt die bewegende Geschichte hinter dem Song. Ursprünglich 1977 von Karat für einen DDR-Spielfilm produziert, geriet der Film 1979 aus politischen Gründen in Ungnade – doch das Lied ließ sich nicht aufhalten. Es wurde zum Hit in der DDR und später, durch Peter Maffay, zum gesamtdeutschen Klassiker. Brücken verbinden, wo zuvor Grenzen waren – eine Botschaft, die bis heute nachhallt. Mit exklusiven Archivaufnahmen und Interviews beleuchtet die Doku die politischen Hintergründe und die musikalische Kraft dieses außergewöhnlichen Songs.
Verfügbar bis 19.02.2026
1955, mitten im Kalten Krieg: Im Juni erhält der DFB eine Einladung des sowjetischen Fußballverbandes. Die Nationalelf, amtierender Weltmeister, soll in Moskau spielen – wenige Tage vor dem Besuch des Bundeskanzlers Konrad Adenauer im Kreml. Das sorgt für Kontroversen, auch Adenauer ist skeptisch. Der Film beleuchtet dieses besondere Kapitel deutsch-deutscher und deutsch-sowjetischer Beziehungen und zeigt bislang unbekannte Archivaufnahmen aus Russland und Deutschland.
Wie erinnert Russland heute an den GULAG, Stalins repressives Lager- und Zwangsarbeitssystem? Neue Geschichtsbücher glorifizieren ihn, viele Russen halten die Repressionen für notwendig. Der Film besucht die Gedenkstätte Perm-36, zeigt ehemalige Häftlinge, Aufseher und Aktivisten und erzählt, wie sehr unterschiedliche Perspektiven auf den GULAG das heutige Selbstverständnis der russischen Gesellschaft prägen.
An ein Leben im „Schatten des GULag“ erinnern sich acht Frauen und Männer, die ihre Kindheit und Jugend in der Sowjetunion verbrachten und deren deutsche Eltern während der stalinistischen Säuberungen von eigenen Genossen verfolgt und ermordet wurden. In ihrer zweiten Heimat – der DDR – sind sie zum Schweigen verpflichtet. Erst nach 1989 können sie über ihr Leben in der Sowjetunion offen sprechen. Einige wissen bis heute nicht, was mit ihren Eltern und mit ihnen damals wirklich geschah.
Zum YouTube-Kanal der Landeszentrale für politische Bildung NRW