Moritz Reininghaus, 1978 geboren, studierte Geschichte, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und Philosophie in Potsdam. Nach dem Studium arbeitete er am Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien sowie als Projektmitarbeiter am Institut für Germanistik/Jüdische Studien an der Universität Potsdam. Anschließend war er als Publizist und Redakteur u.a. der Jüdischen Zeitung, für den Tagesspiegel und den Rundfunk Berlin-Brandenburg tätig.

Zum Nachruf vom 15. Juli 2025

„Weltanschauliche Dissidenz“ und „radikale Ethik“ – Rudolf Schottlaenders Leben, Werk und Wirken

Mit der Biographie des Philosophen und Altphilologen Rudolf Schottlaender (1900-1988) wird der Lebensweg eines „radikalen Ethikers“ rekonstruiert, der sich nach seiner Übersiedlung nach Ost-Berlin im Jahre 1961 der SED-Diktatur in vielen Punkten offen entgegenstellte. Um nachvollziehen zu können, wie sich diese Position entwickelte, wird Schottlaenders Wirken vor dem „Dritten Reich“, vor allem aber im geteilten Deutschland untersucht und dazu auch sein persönliches, politisches und akademisches Umfeld eingehend betrachtet. Auf diesem Weg werden Aspekte einer außergewöhnlichen deutsch-jüdischen Biographie im 20. Jahrhundert in allgemeine Entwicklungen und Debatten eingebettet und damit die Geschichte der DDR-Opposition um einen heute weitgehend unbeachteten Protagonisten ergänzt.

Veröffentlichung

Von Moritz Reininghaus erschien 2023 der Aufsatz „Die Grenzgänge des Rudolf Schottlaender. Ein deutsch-jüdischer Lebensweg zwischen Ost und West“ im Band „DDR im Plural. Ostdeutsche Vergangenheiten und ihre Gegenwart“, hg. v. Christopher Banditt/Nadine Jenke/Sophie Lange im Auftrag der Bundesstiftung Aufarbeitung.