Dr. Anne Barnert

Kurzbiographie

Dr. Anne Barnert, geb. Kober, 1974 in Schleiz/Thür. geboren, studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaften in Leipzig und Leeds (UK) u. promovierte an der Goethe-Universität Frankfurt am Main zu dem Thema „Die Antifaschismus-Thematik im DEFA-Film“; ihre Forschungsschwerpunkte sind Kulturgeschichte und -theorie der DDR 1945-1989, kulturelle Ursachen, Geschichte und Folgen der Zäsur 1989/90; sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im „Institut für Zeitgeschichte“ (Berlin).

Kurzbeschreibung der Habilitation

„Die Kunst der Zäsur. Abgebrochene und nicht aufgeführte DEFA-Filme 1985-1989 sowie ihre Fertigstellung 1990-1992“

Das kulturgeschichtliche und kulturtheoretische Forschungsprojekt untersucht die gesellschaftliche Reflexion und Aushandlung des Ereignisses „1989“ anhand der Filmproduktion 1985-1992, mit Schwerpunkt auf den nicht realisierten Kino-Spielfilmen der DDR. Die abgebrochenen und nicht aufgeführten Filme sind aussagekräftiger als die öffentlich zugelassenen, bereinigten Filme: Untersucht wird, ob und wie sich Perestroika und Glasnost in diesen Filmprojekten ankündigten und inwiefern sie als Teil der friedlichen Revolution gesehen werden können. In denjenigen Filmen, die in der DDR konzipiert und 1990-1992 fertig gestellt wurden, wird die Umbruch-Erfahrung am deutlichsten sichtbar: In den Neuinterpretationen alter Filmprojekte während der Aufbruchzeit 1989-1992, in ihren Themen und Ästhetiken werden die zeitgleichen zivilgesellschaftlichen Debatten offener reflektiert als in den nicht realisierten Filmen 1985-1989. Im Untersuchungsbereich findet sich eine Reihe von Koproduktionen mit osteuropäischen Studios, so dass sich eine zusätzliche transnationale Perspektive auf die Umbruchzeit 1985-1992 ergibt.