Gedenkorte zur Erinnerung an die ungarische Revolution 1956 in Budapest

Az 1956-os magyar forradalom és szabadságharc budapesti emlékhelyei

Im Herbst 2006 jährt sich die ungarische Revolution zum 50. Mal. Sie war eine der ersten großen Erhebungen gegen die kommunistischen Regime hinter dem Eisernen Vorhang. Der Wunsch, die Ereignisse des Oktobers 1956 für die Nachwelt festzuhalten, entstand bereits während der Revolution. Schon am 24. Oktober 1956 errichteten die Einwohner der südungarischen Stadt Baja auf dem Sockel eines gestürzten Stalin-Denkmales ein Mahnmal für die Opfer der ersten Kämpfe in Budapest. Es wurde nach dem Einmarsch der Interventionstruppen zerstört, wie auch das Gedenken an die Revolution in den nächsten Jahrzehnten offiziell verdrängt wurde. Die Erinnerung blieb dennoch durch tausende Flüchtlinge in der westlichen Emigration gegenwärtig. Das erste Mahnmal entstand ebenfalls noch während der Revolution am 24. Oktober 1956 in Bolzano (Italien). Ihm folgten in den kommenden Jahrzehnten dutzende weitere auf allen Kontinenten.

Mit dem Sturz des sozialistischen Regimes 1989 kehrte die Erinnerung an die Revolution wieder nach Ungarn zurück. Es entstanden seither zahllose Gedenkorte, die auf die Initiative verschiedener Vereine, Parteien vor allem aber ehemaliger Aufständischer und deren Angehörige zurückgehen. Dennoch bleibt zu konstatieren, dass trotz der unbestritten internationalen Bedeutung der ungarischen Revolution die Erinnerung an sie nach 1989 vor allem eine ungarische Angelegenheit blieb.

Die nachfolgende Übersicht gibt einen Einblick in die Erinnerungslandschaft in der Hauptstadt Budapest, die während der Revolution 1956 Schauplatz dramatischer Ereignisse wurde. Sie ist Teil des Dokumentationsprojektes "Erinnerungsorte an die kommunistischen Diktaturen im Europa des 20. Jahrhunderts", das in der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur angesiedelt ist. Die Auswahl umfasst neben allgemein bekannten nationalen Erinnerungsstätten auch kleinere noch weitgehend unbekannte Gedenkzeichen. Die Orte werden nicht nur in ihrem heutigen Erscheinungsbild beschrieben, sondern insbesondere bei Schlüsselereignissen mit einem historischen Kontext versehen.