Heimerziehung in der DDR

In der DDR gab es mehr als 70 Spezialkinderheime und Jugendwerkhöfe, in denen die Heranwachsenden zu regimekonformen sog. "sozialistischen Persönlichkeiten" (um)erzogen werden sollten. Für viele Kinder und Jugendliche gehörten Zwang und Gewalt zum Alltag in diesen Einrichtungen. Ihr Leben war geprägt von Fremdbestimmung, Freiheitsbeschränkung, erzwungener Arbeit und entwürdigenden Strafen. Nicht zuletzt wurden den Heranwachsenenden Bildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten verweigert, was ihren weiteren Lebensweg nachhaltig beeinflusste. Die damals erlittenen psychischen und physischen Traumata prägen das Leben der Betroffenen vielfach bis heute.

Um die Auseinandersetzung mit diesem Kapitel der deutschen Vergangenheit zu fördern, erarbeitete die Bundesstiftung Aufarbeitung diesen Themenschwerpunkt. Neben einem geschichtlichen Überblick über das System der Heimerziehung finden Sie auf den folgenden Seiten Informationen über die bisherige Aufarbeitung sowie Beratungsstellen für Betroffene. Eine umfangreiche Materialsammlung soll zur weiteren Auseinandersetzung mit diesem wichtigen Thema anregen.

Übersicht aller Spezialkinderheime und Jugendwerkhöfe in der DDR

Quelle: Initiative Geschlossener Jugendwerkhof Torgau e.V., Projektleiter Michael Wildt