Die Inhalte der Ausstellung

26 großformatige Plakate zeigen, wie die "Urkatastrophe" des 1. Weltkriegs mit ihrer Gewalterfahrung den Aufstieg der totalitären Bewegungen im 20. Jahrhundert begünstigt; und wie die neuen Demokratien, die nach Kriegsende um Stabilität ringen, bald in die Defensive geraten. In Russland kommen die Kommunisten, in Italien die Faschisten an die Macht. In Ostmitteleuropa etablieren sich teilweise autoritäre Regime. Nationalismus, Linksradikalismus, Antisemitismus, Rassismus und Verschwörungstheorien sind nicht nur in Deutschland verbreitet. Doch hier gelangen 1933 die Nationalsozialisten an die Macht. Zielstrebig bereiten sie einen neuen Krieg vor. Währenddessen wütet in Stalins Sowjetunion der Massenterror. 25 Jahre nach Ausbruch des 1. Weltkriegs entfesselt Deutschland 1939 mit dem Überfall auf Polen den 2. Weltkrieg, den es im Osten als Vernichtungskrieg führt. Zugleich eskaliert der Rassenantisemitismus des NS-Regimes zur systematischen Ermordung der europäischen Juden.

Das Europa der Diktaturen und der 2. Weltkrieg sind ohne den 1. Weltkrieg nicht zu erklären. Die Errichtung neuer, kommunistischer Diktaturen in Ostmitteleuropa nach 1945 sowie die Teilung Deutschlands, Europas und der Welt sind wiederum Folgen des 2. Weltkriegs. Demokratie, Freiheit und Völkerverständigung, die nach 1945 in Westeuropa Schritt für Schritt Allgemeingut werden, bleiben in Ostmitteleuropa vier weitere Jahrzehnte verwehrt.

Erst mit den Umbrüchen und Revolutionen des Jahres gewinnen die Menschen Ostmitteleuropas 1989 ihre Freiheit und Unabhängigkeit. Die Revolutionen sind nicht nur die Voraussetzung, um die europäische und deutsche Teilung zu überwinden, sondern auch für die europäische Integration. Nach dem Vertrag von Maastricht von 1992 erreicht sie im Jahre 2004 mit der ersten Osterweiterung der EU einen vorläufigen Höhepunkt. Die in die Europäische Union eingebundenen Völker und Staaten haben Lehren aus der Geschichte gezogen. Sie haben sich verpflichtet, Konflikte im Konsens zu lösen und gemeinsam zum Wohle der Staatengemeinschaft zu wirken.

Die Ausstellung "Diktatur und Demokratie im Zeitalter der Extreme" erzählt Europas 20. Jahrhundert als dramatische Geschichte zwischen Freiheit und Tyrannei, zwischen Demokratie und Diktatur. Sie lädt so zu einer historischen Ortsbestimmung ein, zu der das Jahr 2014 herausfordert.

Ttitelseite der Broschüre In dieser Broschüre [2,1 MB] finden Sie sämtliche Texte sowie zentrale Fotos der Ausstellung. Sie eignet sich auch für den Einsatz in der historisch-politischen Bildungsarbeit, z.B. zur Vor- und Nachbereitung eines Ausstellungsbesuchs.

Hörfunkfeature zum Thema
Für das Format "Zeitreisen" des Deutschlandradio Kultur hat Winfried Sträter das Hörfunkfeature "Krieg, Diktatur, Demokratie" produziert. In Anlehnung an die Ausstellung schlägt der halbstündige Audiobeitrag einen Bogen über die Entwicklungen, Krisen und Kriege im Europa des 20. Jahrhunderts, das der britische Historiker Eric Hobsbawm so einfach wie treffend als "Zeitalter der Extreme" bezeichnete. Feature anhören

Die Ausstellungskapitel

Nr.KapitelNr.Kapitel
1Startplakat (ohne Text)14Vernichtungskrieg im Osten
2Die "Urkatastrophe" des 20. Jahrhunderts15Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden
3Der Beginn eines neuen Zeitalters16Widerstand gegen die NS-Diktatur
4Revolutionärer Umbruch in Deutschland17Kriegsende und Neuordnung
5Die zerbrechliche Friedensordnung18Demokratie im Westen, Diktatur im Osten
6Demokratie auf dem Rückzug19Kalter Krieg in der geteilten Welt
7Stalinistische Sowjetunion20Aufstände im Ostblock
8Faschismus in Italien21Ökonomischer Systemwettstreit
9Herausforderung Weltwirtschaftskrise22Liberalisierungsprozesse in Westeuropa
10Das Scheitern der deutschen Demokratie23Entspannungspolitik
11Die Nationalsozialisten an der Macht24Friedliche Revolutionen
12Kurs auf einen neuen Krieg25Europäischer Neuanfang
13Der Zweite Weltkrieg26Herausforderung & Impressum