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Im Rahmen ihrer internationalen Zusammenarbeit bei der Aufarbeitung von Diktaturen und Gewaltherrschaft schreibt die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur zum 1. Januar 2019 Mittel für ein internationales Austauschprogramm im Bereich ĄMemory Workď aus.

Das Austauschprogramm dient dem Zweck, den internationalen Austausch in Fragen von Erinnerungsarbeit und Auseinandersetzung mit Gewaltherrschaft und Diktatur anzuregen, die gegenseitige Kenntnis über die jeweilige Geschichte und deren Verarbeitung zu vertiefen und so zu einem besseren Verständnis der jeweiligen Debatten und deren historischer und politischer, aber auch gesellschaftlicher Hintergründe im jeweiligen Kontext beizutragen.

Im Rahmen dieses Programms erhalten Vertreter von NGOs, Gedenkprojekten und Initiativen, unabhängigen Archiven, Museen, Aufarbeitungsinstitutionen die Möglichkeit, in einem anderen Land einen Austausch bei einer entsprechenden Einrichtung, die sich thematisch mit der Aufarbeitung von Diktatur- und Gewalterfahrungen befasst, zu absolvieren.

Bewerbungsschluss für das Austauschprogramm ist der 31. August 2018.

Für die Fristwahrung beim Einreichen vom Projekt- und Stipendienanträgen ist ab sofort der Posteingang bei der Stiftung maßgebend. Ihre Anträge für das Memory-Work-Programm müssen daher bereits bis zum Ablauf der Antragsfrist am 31. August des Jahres 2018 in der Geschäftsstelle der Bundesstiftung Aufarbeitung vorliegen. Die fristwahrende Absendung bzw. Abgabe bei einem Post- oder Transportunternehmen (und damit der Poststempel oder ein anderer Einlieferungsbeleg) sind dann für die Einhaltung der Fristen nicht mehr ausreichend. Wir bitten Sie, diese Änderung künftig zu beachten.

Informationen auf Deutsch [220 KB]

Information in English

As part of its international co-operation on the reappraisal of dictatorships and reigns of violence, the Federal Foundation for the study of the Communist Dictatorship in Eastern Germany is offering scholarships to participants in an international exchange programme on issues of ĎMemory Workí.

Applications for participation in the exchange programme must be submitted until 31 August 2018. The exchange projects may begin after 1st January 2019.

Information in English [160 KB]

Tereza Cuni: Dealing with the communist past in Albania

Tereza «uni war 2015 eine der ersten Teilnehmerinnen im internationalen Austauschprogramm ĽMemory Workę. Sie leitet die Gedenkstätte für Opfer kommunistischer Verfolgung in ShkodŽr (Albanien), die im September 2014 eröffnet wurde.

Die kritische Aufarbeitung des kommunistischen Regimes in Albanien macht seit dessen Sturz 1990/91 nur langsame Fortschritte. Enver Hoxhas hatte 1944 unter Ausschaltung jeglicher Opposition eine besonders repressive Form der kommunistischen Einparteienherrschaft etabliert. Bis in die frühen achtziger Jahre sah sich die Bevölkerung politischer Repression, blutigen Säuberungen, Restriktionen und Lagerhaft ausgesetzt.

Wie insbesondere in der Stadt ShkodŽr die wechselvolle Geschichte Albaniens nachvollzogen werden kann, hat «uni in einem Arbeitsgespräch am 16. Juli 2015 in der Bundesstiftung Aufarbeitung dargelegt. 25 Jahre nach dem Sturz des kommunistischen Regimes wurde dort im ehemaligen Untersuchungsgefängnis die erste Gedenkstätte Albaniens für die Opfer kommunistischer Verfolgung eröffnet.

Näheres über die Gedenkstätte "The Site of Witness and Memory" in ShkodŽr kann in diesem Dokument [300 KB] (englisch) nachgelesen werden.