Historischer Kalender

27. November

27.11.1952

In Prag werden nach einem Schauprozess elf Angeklagte, darunter der ehemalige Generalsekretär der kommunistischen Partei Rudolf Slánský, wegen angeblicher Verschwörung gegen den Staat zum Tode verurteilt und am 3. Dezember hingerichtet.

27.11.1953

Laut Anordnung des DDR-Innenministeriums zur Neuregelung des Interzonenreiseverkehrs benötigen West-Berliner auch weiterhin bei der DDR-Einreise Passierscheine

27.11.1956

Der ungarische Schriftstellerverband protestiert gegen die Verhaftung des Literaturwissenschaftlers Georg Lukács, der zusammen mit Imre Nagy nach Rumänien verschleppt wurde.

27.11.1958

Erstes „Berlin-Ultimatum“ des sowjetischen Staats- und Parteichefs Chruschtschow und Aufkündigung des Viermächte-Status durch die Sowjetunion

27.11.1961

Einen Tag vor Wiederaufnahme der Genfer Atomkonferenz lehnt die Sowjetunion gegenseitige Kontrollen eines zu vereinbarenden Teststopps bereits im Vorfeld ab

27.11.1968

Erste MfS-Analyse der eigenen Ermittlungen im Kontext des »Prager Frühlings«: Das Gros der insgesamt 506 inhaftierten Personen wurde der »staatsfeindlichen Hetze« und der »Staatsverleumdung« beschuldigt.

27.11.1972

Der Bundesgrenzschutz meldet, dass die DDR neue Selbstschussanlagen an der Grenze zu Südniedersachsen einrichtet

27.11.1989

Leipziger Montagsdemonstration mit 150.000 Teilnehmern; erste Sprechchöre "Deutschland einig Vaterland"

27.11.1989

In Prag findet ein zweistündiger Generalstreik statt, um Druck auf die kommunistische Führung des Landes auszuüben

27.11.1990

Die KP-eigene Tageszeitung der Slowakei »Pravda« löst sich von der Partei und will künftig als unabhängige linke Zeitung erscheinen

27.11.1990

Der Vorstand des Schriftstellerverbands in der DDR hält seine letzte Tagung ab und gibt bekannt, seine Tätigkeit bis Ende des Jahres 1990 einzustellen

27.11.1997

Bewährungsstrafen gegen zwei Mauerschützen, die 1986 Michael Bittner erschossen. Seine Leiche bleibt verschollen