Pressemitteilung vom 20.11.2002

Stiftung Aufarbeitung lädt ein: Buchpräsentation und Podiumsgespräch

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie können sich die Opfer der Diktatur in der SBZ/DDR im vereinten Deutschland Gehör verschaffen? Stehen sich deren Verbände bei dieser Aufgabe manchmal selbst im Wege? Wie können Politiker und die Öffentlichkeit für dieses Thema interessiert werden? Fragen an eine Podiumsrunde, zu der die Stiftung Aufarbeitung herzlich einlädt am:Dienstag, den 03. Dezember, 18-20 UhrRotes Rathaus, Ferdinand Friedensburg Saal (Eingang über die Jüdenstraße)

Es diskutieren die Vorsitzenden der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG), Horst Schüler, und des Vereins "Gegen Vergessen - Für Demokratie", Hans Koschnick, sowie der Münchner Politikwissenschaftler Jörg Siegmund. Anlass ist die Präsentation des Buches "Opfer ohne Lobby? Ziele, Strukturen und Arbeitsweise der Verbände der Opfer des DDR-Unrechts" von Jörg Siegmund. Das Buch wird vom Vorstandsvorsitzenden der Stiftung Aufarbeitung, Rainer Eppelmann, vorgestellt. Durch den Abend moderiert Jacqueline Boysen.Wer aus politischen Gründen benachteiligt, von der Staatssicherheit verfolgt und "zersetzt" wurde oder gar in den Lagern und Gefängnissen eingesessen hatte, sieht sich heute nicht selten erneut an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Nicht nur gilt die öffentliche Aufmerksamkeit mehr den "Tätern" als den Opfern; auch sprechen die Renten ehemaliger Stasimitarbeiter der materiellen Entschädigung für das erlittene Unrecht Hohn. Opfer ohne Lobby? Tatsächlich stehen die Verbände der Opfer des DDR-Unrechts meist allein, wenn es darum geht, den Opfern der Diktatur Gehör zu verschaffen.Die Arbeit von Jörg Siegmund dokumentiert einen Aspekt der jüngsten Zeitgeschichte, der bis heute aktuell ist. In Kürze laufen die Entschädigungsfristen ab. Die wirtschaftlichen Probleme der Gegenwart drängen das Thema mehr denn je in den Hintergrund.

Auf Ihren Besuch und eine anregende Diskussion freut sich
Ihre Anne Kaminsky
Geschäftsführerin

Berlin, 20. November 2002