Pressemitteilung vom 11.06.2002

DER AUFSTAND VOM 17. JUNI 1953 - Erinnerung braucht Öffentlichkeit

Der Aufstand vom 17. Juni 1953 ist ein Symbol für Widerstand und Opposition gegen die SED-Diktatur. Es gilt, dieses Ereignis für die historisch-politische Bildungsarbeit in ganz Deutschland fruchtbar zu machen. Diesem Ziel fühlt sich eine Initiative von Personen des öffentlichen Lebens verpflichtet, die die Zeit bis zum 50. Jahrestag des Aufstandes im kommenden Jahr dazu nutzen möchte, in den Städten und Gemeinden eine öffentliche Debatte anzustoßen, um das historische Gedenken an Freiheitswillen und Selbstbehauptung in der SBZ/DDR im gesellschaftlichen Bewusstsein zu verankern. Die Initiative fordert dazu auf, durch Straßenumbenennungen an das Ereignis und die Protagonisten dieses Aufstandes im öffentlichen Raum zu erinnern.547 Straßen, Wege, Ringe, Siedlungen und Haine tragen im vereinten Deutschland den Namen des ehemaligen KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann. 94 Straßen sind nach Wilhelm Pieck, 18 nach Otto Grotewohl und 47 nach Lenin benannt. Demgegenüber erinnern in den neuen Bundesländern lediglich drei Straßen bzw. Plätze an den gescheiterten Aufstand.Die Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur unterstützt diese Initiative und lädt die Vertreter der Medien herzlich zu einer Pressekonferenz ein.

Datum: Freitag, 14. Juni 2002
Uhrzeit: 11:30 Uhr
Ort: Haus der Demokratie, Greifswalderstr. 4

Als Gesprächspartner stehen Ihnen zur Verfügung:
Marianne Birthler, Die Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen
Prof. Dr. Bernd Faulenbach, Univ. Bochum, stellv. Vorstandsvorsitzender der Stiftung Aufarbeitung

Im Rahmen dieser Pressekonferenz wird die Stiftung Aufarbeitung auch über weitere Vorhaben informieren, die im Kontext des 50. Jahrestages des 17. Juni 1953 vorbereitet werden.

Mit freundlichen Grüßen
Rainer Eppelmann, MdB (Vorsitzender des Vorstandes)

Berlin, 11. Juni 2002