Pressemitteilung vom 10.12.2007

2,9 Millionen Euro für die Aufarbeitung kommunistischer Diktaturen

Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur fördert 2008 über 140 Projekte, die sich bundesweit und international mit der SEDDiktatur, der deutschen Teilung und der Geschichte des Kommunismus in Europa auseinandersetzen. Insgesamt stehen hierfür 2,9 Mio. Euro zur Verfügung.

„Zahlreiche der 2008 geförderten Projekte widmen sich mit neuen Ansätzen den Jahrestagen von Prager Frühling und dem Volksaufstand in der DDR 1953“, sagte Dr. Anna Kaminsky, Geschäftsführerin der Bundesstiftung Aufarbeitung. „Besonders erfreulich ist die wachsende Zahl an Anträgen aus den westdeutschen Ländern. Das zeigt uns, dass die Auseinandersetzung mit dem SED-Regime und den anderen kommunistischen Diktaturen auch im Westen weiter an Bedeutung gewinnt.“

Unter den zahlreichen von der Stiftung 2008 geförderten Ausstellungen finden sich bereits einige zum 20. Jahrestag der friedlichen Revolution, darunter die des Museums in der Runden Ecke, Leipzig, das Projekt "Wege der friedlichen Revolution" in Crimmitschau, Plauen und Zwickau sowie das Ausstellungsvorhaben „Spurensuche Ost“ zur friedlichen Revolution in Potsdam.

Die Bundesstiftung fördert 2008 u.a. wiederum Dokumentarfilme etwa zu 40 Jahre Prager Frühling, zur Wahlfälschung bei den DDR-Kommunalwahlen im Mai 1989 sowie zu Straftaten sowjetischer Soldaten in der DDR. Nach dem erfolgreichen Neustart der Zeitschrift „Horch und Guck“ unterstützt die Bundesstiftung Aufarbeitung das aus der DDR-Bürgerbewegung hervorgegangene Blatt 2008 mit fast 50.000 Euro. Die Arbeit der Geschichtswerkstatt Jena findet gleichermaßen die Unterstützung der Bundesstiftung Aufarbeitung, wie etwa ein Projekt des „Bürgerbüros“ Berlin, das die Rehabilitierungspraxis bei in der DDR verfolgten Schüler untersucht.

Die geförderten Publikationsvorhaben reichen 2008 von „Die rechtliche Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit in Europa“ bis zum Radwanderbuch „Iron Curtain Trail – Entlang des Eisernen Vorhangs von der Barentsee bis zum Schwarzen Meer“. Im Bereich der schulischen Bildung wird mit der didaktischen DVD „Die friedliche Revolution – Deutschland auf dem Weg zur Einheit 1989 – 1990“ mit Mitteln der Stiftung Aufarbeitung eine Serie des renommierten Instituts für Film in Wissenschaft und Unterricht (FWU) fortgesetzt.

„Die hohe Qualität der bewilligten Projektvorhaben und die ideenreichen Herangehensweisen der Antragstellerinnen und Antragsteller machen uns schon jetzt auf die Ergebnisse der Projekte neugierig, die die Bundesstiftung Aufarbeitung 2008 - im 10. Jahr ihres Bestehens - fördert“, sagte Dr. Anna Kaminsky am Montag in Berlin.

Für weitere Informationen steht Ihnen Dietrich Wolf Fenner, Pressesprecher der Bundestiftung Aufarbeitung unter Tel. 030/31 98 95 - 225 gerne zur Verfügung.

Berlin, 10. Dezember 2007