Pressemitteilung vom 13.11.2007

„Hungersnot-Holodomor in der Ukraine“ Tagung im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig

In den Jahren 1932/33 wurde die Ukraine, bekannt als die „Kornkammer“ der Sowjetunion, von einer beispiellosen Hungerkatastrophe heimgesucht. Der „Holodomor“ in der Ukraine, dem aktuellen Forschungen zufolge bis zu sechs Millionen Menschen zum Opfer fielen, stand in Zusammenhang mit der brutalen Kollektivierung der Landwirtschaft in allen Gebieten der Sowjetunion. Während die Kremlführung in zahllosen Strafexpeditionen Getreidevorräte beschlagnahmen und als Beweis für die Überlegenheit der sowjetischen Landwirtschaft in den Westen exportieren ließ, wurden in der Ostukraine Millionen Menschen dem Hungertod ausgeliefert. Der „Holodomor“ gilt in der Ukraine als nationale Tragödie, deren Folgen bis heute nachwirken.

Vom 15. – 16. November 2007 beschäftigt sich eine international besetzte Tagung im Zeitgeschichtlichen Forum in Leipzig sowohl mit Fragen zum aktuellen Forschungsstand über diese Katastrophe als auch mit der Wahrnehmung des „Holodomor“ in der europäischen Erinnerungskultur ein.

Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur lädt gemeinsam mit der Umweltbibliothek Großhennersdorf und dem Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig zu dieser Tagung ins Zeitgeschichtliche Forum Leipzig, Grimmaische Straße 6, 04109 Leipzig ein. Die Tagung wird in Verbindung mit dem Geisteswissenschaftlichen Zentrum für Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas Universität Leipzig durchgeführt.

Für weitere Informationen steht Ihnen Dietrich Wolf Fenner, Pressesprecher der Stiftung Aufarbeitung gerne zur Verfügung. Tel: 030 31 98 95 - 225 oder per Email: d.fenner@stiftung-aufarbeitung.de


Berlin, 13. November 2007