Pressemitteilung vom 29.10.2010

Podiumsgespräch: «Die Waldheimer Prozesse – Ein dunkles Kapitel der DDR-Justiz»

Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur lädt zum Podiumsgespräch «Die Waldheimer Prozesse – Ein dunkles Kapitel der DDR-Justiz» ein. Die Veranstaltung findet am Dienstag, 2. November 2010, um 19:00 Uhr in der Bundesstiftung Aufarbeitung, Kronenstraße 5, 10117 Berlin statt.

Im Schnellverfahren, ohne Verteidiger, ohne Zeugen, unter Ausschluss der Öffentlichkeit: Vor 60 Jahren wurden in der sächsischen Kleinstadt Waldheim 3.324 Insassen sowjetischer Speziallager als angebliche Naziverbrecher und Gegner des sozialistischen Systems zu teilweise drastischen Strafen verurteilt. Die Verfahren riefen weltweite Proteste hervor, da die Gerichtsverhandlungen gegen grundlegende rechtsstaatliche Grundsätze verstießen. Anfang November 1950 wurden die 24 "Waldheimer Todesurteile" vollstreckt. 60 Jahre später soll im Gespräch mit Historikern und Zeitzeugen an den «größten Justizskandal der DDR» (Karl Wilhelm Fricke) erinnert werden.

Nach einer Einführung von Dr. Falco Werkentin diskutieren auf dem Podium die Zeitzeugen Dr. h.c. Karl Wilhelm Fricke und Heinz-Joachim Schmidtchen mit dem Soziologen und Publizisten Dr. Falco Werkentin. Moderiert wird das Gespräch von Doris Liebermann.

Der Eintritt ist frei. Für weitere Informationen steht Ihnen Dietrich Wolf Fenner, Pressesprecher der Bundesstiftung Aufarbeitung, unter Tel. 030/31 98 95 - 225 gerne zur Verfügung.

Berlin, 29. Oktober 2010