Pressemitteilung vom 16.11.2010

Neue Publikation: Klassenkampf gegen die Bauern

Der Tagungsband "Klassenkampf gegen die Bauern – Die Zwangskollektivierung der ostdeutschen Landwirtschaft und ihre Folgen bis heute", herausgegeben von Robert Grünbaum (Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur), Michael Beleites (Konferenz der Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen und für die Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur) und Friedrich Wilhelm Gräfe zu Baringdorf (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V.), ist im Metropol Verlag Berlin erschienen. Die gleichnamige gemeinsame Tagung fand am 19. April 2010 in Berlin statt.

Die SED setzte in der Landwirtschaftspolitik die kommunistische Klassenideologie rigoros um. Im Frühjahr 1960 war die Zwangskollektivierung der DDR-Landwirtschaft abgeschlossen. Gegenwärtig gibt es in Deutschland kaum einen anderen Ost-West-Unterschied, der so nachhaltig durch die Folgen der kommunistischen Diktatur geprägt ist und gleichzeitig eine so geringe Aufmerksamkeit erfährt wie die Landwirtschaftssituation in Ostdeutschland.

Der Band dokumentiert die aktuellen Erkenntnisse der Wissenschaftler, Zeitzeugen und Journalisten, die im April dieses Jahres diskutiert wurden. Die Tagung, die anlässlich des 50. Jahrestags der Vollendung der Zwangskollektivierung ausgerichtet wurde, nahm sowohl die Vorgeschichte und die historischen Abläufe als auch die langfristigen Folgen der Kollektivierung in den Blick. Der Debatte über die Zukunft der Landwirtschaft in Ostdeutschland wurde ebenfalls Raum gegeben. In einer einzigartigen Bündelung von historischer Aufarbeitung, Analyse der Folgen und eines Ausblicks auf die Zukunft sind die Vorträge der Tagung in "Klassenkampf gegen die Bauern" nun nachlesbar.

"Klassenkampf gegen die Bauern – Die Zwangskollektivierung der ostdeutschen Landwirtschaft und ihre Folgen bis heute", Friedrich Wilhelm Gräfe zu Baringdorf, Michael Beleites, Robert Grünbaum (Hg.), Metropol Verlag Berlin 2010, ISBN 978-3-940938-96-1.

Für weitere Informationen und Rezensionsexemplare steht Ihnen Dietrich Wolf Fenner, Pressesprecher der Bundesstiftung Aufarbeitung, unter Tel. 030/31 98 95 - 225 gerne zur Verfügung.

Berlin, 16. November 2010