Pressemitteilung vom 18.03.2011

Die Kunst des Erinnerns: Über die Deutungskonkurrenz zwischen Zeitzeugen und Zeithistorikern

Podiumsgespräch

Richtig Erinnern und korrekt Gedenken? Erinnerungskultur und Wissenschaft streiten heftig. Das Bonmot "Der Zeitzeuge ist der natürliche Feind des Historikers" karikiert den tiefen Konflikt zwischen dem moralischen Diskurs der Erinnerung und dem rationalen Erklärungsanspruch der Wissenschaft.
Zeitzeugen vermitteln oft emotionale Bilder von der erlebten Vergangenheit. Indem sie von ihren persönlichen Erfahrungen berichten, tragen sie zur Individualisierung der Geschichte bei. Dagegen bemühen sich Historiker um eine distanzierte, der Objektivität verpflichtete Herangehensweise. Für sie sind Zeitzeugen eine von vielen wichtigen Quellen und zugleich authentischer Rahmen der wissenschaftlichen Erzählung. Längst aber hat sich die Generation der Mitlebenden von ihrer Rolle als Quelle emanzipiert und beansprucht eine eigene Deutungskompetenz. Was leisten Zeitzeugen, was Historiker nicht zu leisten vermögen? Was können Historiker, was Zeitzeugen fehlt? Welche Ansprüche, Sichtweisen und Deutungskompetenzen machen sie jeweils in der Erinnerungsarbeit geltend?

Professor Alexander von Plato (FernUniversität in Hagen) führt thematisch in den Abend ein. Auf dem Podium diskutieren Professor Bernd Faulenbach (Universität Bochum), Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk, (Abt. Bildung und Forschung bei dem BStU), Dr. Günter Kröber (Zeitzeuge) und Bettina Effner (Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde). Das Gespräch wird von Dr. Jens Hüttmann moderiert.

Datum: Dienstag, 22. März 2011
Uhrzeit: 19 Uhr
Ort: Bundesstiftung Aufarbeitung, Kronenstraße 5, 10117 Berlin
Eintritt frei / Anmeldung nicht erforderlich

Weitere Informationen erhalten Sie von Dietrich Wolf Fenner, Pressesprecher der Bundesstiftung Aufarbeitung, Telefon: 030 31 98 95 225 oder E-Mail: d.fenner@stiftung-aufarbeitung.de

Berlin, 18. März 2011