Pressemitteilung vom 11.04.2011

Tschernobyl, 26. April 1986 – Die Umweltbewegungen in der DDR und in Osteuropa nach dem Reaktorunfall

Podiumsgespräch

"Tschernobyl ist überall!". Der Super-GAU von Tschernobyl am 26. April 1986 mit seinen verheerenden Folgen machte nicht nur die mit der Nutzung der Atomenergie verbundenen Gefahren sichtbar, sondern führte innerhalb der kommunistischen Gesellschaften zu einer wachsenden Sensibilisierung für die fortschreitende Umweltzerstörung. Die klägliche Informationspolitik der Regierungen und die Versuche, den Reaktorunfall totzuschweigen, ließen den Unmut der Bevölkerung wachsen. Die Umweltgruppen in der DDR verstärkten ihre Aktivitäten. Sie schufen eigene Infrastrukturen, die über das Ausmaß und die Folgen des Super-GAUs informierten. Staatliche Repressalien und permanente Überwachung durch die Staatssicherheit waren die Folgen. Auch in den anderen Ländern des Ostblocks formierten sich nach Tschernobyl neue Umweltgruppen, die sich zu einer neuen oppositionellen Kraft entwickelten.

Die Podiumsdiskussion nimmt den 25. Jahrestag der Reaktorkatastrophe zum Anlass, um mit ehemaligen Akteuren der Umweltbewegung in der DDR und des Ostblocks über die Zäsur von 1986 zu diskutieren. Dr. Christian Halbrock (BStU), Saulius Piksrys (Atgaja, litauische Umweltbewegung), Andreas Schönfelder (Umweltbibliothek Großhennersdorf) und die Historikerin Ina Witte diskutieren mit Moderatorin Dr. Jacqueline Boysen von der Evangelischen Akademie zu Berlin.

Datum: Donnerstag, 14. April 2011
Mitveranstalter: Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen und das Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Uhrzeit: 19 Uhr
Ort: Bundesstiftung Aufarbeitung, Kronenstraße 5, 10117 Berlin

Eintritt frei / Anmeldung nicht erforderlich

Weitere Informationen erhalten Sie von Dietrich Wolf Fenner, Pressesprecher der Bundesstiftung Aufarbeitung, Telefon: 030 31 98 95 225 oder E-Mail: d.fenner@stiftung-aufarbeitung.de

Berlin, 11. April 2011