Pressemitteilung vom 15.04.2011

Tschernobyl - Auswirkungen des Reaktorunfalls auf die Bundesrepublik Deutschland und die DDR

Neue Publikation der Bundesstiftung Aufarbeitung in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen


„Tschernobyl“ steht für „anthropologischen Schock“ und „Risikogesellschaft“ (Ulrich Beck), das Atomzeitalter, Industrie- und Umweltkatastrophen, das Ende der Sowjetunion, Verstrahlung, unfassbares Leid, Angst, Behinderungen und Erkrankungen.

Melanie Arndt gibt in „Tschernobyl - Auswirkungen des Reaktorunfalls auf die Bundesrepublik Deutschland und die DDR“ einen Überblick über den Super-GAU am 26. April 1986 in Tschernobyl und dessen internationale Folgen. Die Autorin zeichnet dabei die Bedeutung der Atomenergie von der Euphorie der 1950er-Jahre über die Reaktorkatastrophe und die direkten Reaktionen in der DDR und der Bundesrepublik bis zur kollektiven Erinnerung an den GAU in der UdSSR in den heutigen Nachfolgestaaten auf. Besonderes Augenmerk richtet Arndt auf die gesellschaftlichen Auswirkungen in der DDR. Der Mangel an Nachrichteninformationen über die radioaktive Katastrophe durch die Staatsmedien stand dem plötzlichen Überangebot von Obst und Gemüse in den Kaufhallen gegenüber. Die kontaminierten Agrarprodukte aus Osteuropa wurden vom Westen nicht mehr importiert. „Tagesschau“ und „heute-Nachrichten“ wurden zu Aufklärungsmedien für die DDR-Bürger. Die Nachrichtensendungen warnten z. B. auch vor der radioaktiven Gefahr durch die Regenfälle in den Tagen nach dem Super-GAU.

Dr. Melanie Arndt ist Projektleiterin des internationalen Forschungsprojektes „Politik und Gesellschaft nach Tschernobyl. Belarus, Ukraine, Russland, Litauen und Deutschland in vergleichender und beziehungsgeschichtlicher Perspektive (1986–2006)“ am ZZF Potsdam.

Titel: Tschernobyl - Auswirkungen des Reaktorunfalls auf die Bundesrepublik Deutschland und die DDR
Herausgeber: Melanie Arndt
Preis: 2,00 € über buero@stiftung-aufarbeitung.de
Rezensionsexemplare:d.fenner@stiftung-aufarbeitung.de
ISBN: 978-3-937967-76-9

Weitere Informationen erhalten Sie von Dietrich Wolf Fenner, Pressesprecher der Bundesstiftung Aufarbeitung, Telefon: 030 31 98 95 225 oder E-Mail: d.fenner@stiftung-aufarbeitung.de

Berlin, 15. April 2011