Pressemitteilung vom 16.06.2011

Kein gemeinsames Gedenken mit Extremisten am 17. Juni

Der Vorstandsvorsitzende und die Geschäftsführerin der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Rainer Eppelmann und Dr. Anna Kaminsky, erklären aus Anlass des 58. Jahrestages des Volksaufstandes in der DDR:

Am Jahrestag des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 in der DDR gilt unser Gedenken all jenen, die in der SBZ/DDR Widerstand gegen die Diktatur geleistet oder ihre Opposition zur SED-Diktatur zum Ausdruck gebracht haben. Unsere besondere Anteilnahme gilt den Opfern der SED-Diktatur und ihren Hinterbliebenen, denen unsere Gesellschaft noch mehr Empathie schuldet. Die Erinnerung an den Mauerbau vor 50 Jahren darf nicht den Blick dafür verstellen, dass dessen Wurzeln nicht zuletzt im gescheiterten Volksaufstand des Jahres 1953 liegen. Nachdem sowjetische Panzer damals das SED-Regime geschützt hatten, blieb Millionen von Ostdeutschen nur die Flucht, um sich dauerhaft der kommunistischen Diktatur zu entziehen. Erst der Mauerbau konnte die daraus fol-gende Abstimmung mit den Füßen unterbinden.

Nach der Wiederherstellung der deutschen Einheit ist der 3. Oktober zum Tag der deutschen Ein-heit erklärt worden. Gleichwohl ist der 17. Juni ein nationaler Gedenktag der Deutschen geblieben, an dem all jenen gedacht werden soll, die sich in der DDR für Freiheit, Demokratie und Einheit in Deutschland einsetzten.
Die Erinnerung an den 17. Juni ist Aufgabe und Verpflichtung für alle Demokraten. Diese müssen sich dabei gegen jegliche Versuche wehren, die Erinnerung an den 17. Juni für extremistische Pro-paganda zu instrumentalisieren, wie sie in diesem Jahr nicht zum ersten Mal zu beobachten sind. Die Absicht der NPD sowie anderer Extremisten, die Erinnerung an den 17. Juni zu vereinnahmen, verhöhnt all jene, die vor fast sechzig Jahren für Freiheit, Demokratie und Einigkeit eingetreten waren. Es kann kein gemeinsames Gedenken an den 17. Juni mit Extremisten geben.

Rückfragen richten Sie bitte an das Sekretariat der Bundesstiftung,
Tel.: 030 31 98 950 oder E-Mail: buero(at)stiftung-aufarbeitung.de