Pressemitteilung vom 15.11.2011

Einzelkämpfer? Stand der Aufarbeitung im Leistungssport

Podiumsgespräch zu 20 Jahren Aufarbeitung des gesamtdeutschen Sports

Mit der Veranstaltung „Einzelkämpfer“ zieht die Bundesstiftung Aufarbeitung gemeinsam mit dem Zentrum deutsche Sportgeschichte Berlin-Brandenburg e.V. eine erste Bilanz von 20 Jahren Aufarbeitung des DDR-Sports. Zum Podiumsgespräch am 18. November werden erwartet: Brigitte Berendonk, Spitzen-Leichtathletin und Autorin; Andreas Krieger, als Heidi Krieger 1986 DDR-Goldmedaillengewinnerin im Kugelstoßen; Hans-Georg Moldenhauer, ehemaliger Torwart des 1. FC Magdeburg und Ehrenvizepräsident des DFB sowie Manfred Freiherr von Richthofen, ehemaliger Präsident des Deutschen Sportbundes und 1991 Vorsitzender der „Richthofen-Kommission“. Den Eröffnungsvortrag hält Jutta Braun vom Zentrum deutsche Sportgeschichte Berlin-Brandenburg.
Die Aufarbeitung der Vergangenheit im gesamtdeutschen Sport wurde in den vergangenen 20 Jahren immer wieder durch die Initiative und das vehemente Engagement einzelner Personen angestoßen. Im Mittelpunkt standen die Stasi-Verstrickungen von Funktionären, Trainern und Sportlern sowie das große Thema Doping. Legendär ist das Enthüllungs-Buch „Doping Dokumente“, das die ehemalige Leichtathletin Brigitte Berendonk gemeinsam mit ihrem Ehemann Werner Franke 1991 vorgelegt hat. Ebenfalls 1991 trat die nach ihrem engagierten Vorsitzenden benannte „Richthofen-Kommission“ an, um eine Selbstreinigung im organisierten Sport zu erreichen.
Seit 1998 mussten sich Trainer und Funktionäre des DDR-Sports wegen ihrer Dopingvergehen vor Gericht verantworten. Nebenkläger und wichtiger Zeuge im Rahmen der Prozesse war Andreas Krieger, der seine 1997 vollzogene Geschlechtsumwandlung nicht zuletzt auf das jahrelange Zwangsdoping mit anabolen Steroiden zurückführt. Der langjährige Torhüter des 1. FC Magdeburg Hans-Georg Moldenhauer übernahm 1990 die heikle Aufgabe, den ostdeutschen Fußballverband zu demokratisieren. Die Veranstaltung reflektiert das Spannungsverhältnis zwischen persönlicher Verantwortung und struktureller Einbindung.
Nach der Ausstellung „ZOV Sport Verräter“, die bundesweite Aufmerksamkeit erfahren hat, setzen die Bundesstiftung Aufarbeitung und das Zentrum deutsche Sportgeschichte Berlin-Brandenburg e.V. ihre erfolgreiche Zusammenarbeit fort.


Datum: 18. November 2011
Mitveranstalter: Zentrum deutsche Sportgeschichte
Berlin-Brandenburg e.V.
Uhrzeit: 19:00 Uhr
Ort: Bundesstiftung Aufarbeitung, Kronenstraße 5, 10117 Berlin
Anmeldung: Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.


Weitere Informationen erhalten Sie von Tilman Günther, Pressesprecher der Bundesstiftung Aufarbeitung, Telefon: 030 31 98 95 225 oder E-Mail.