Pressemitteilung vom 24.02.2012

Veranstaltung zur Rolle westdeutscher Korrespondenten in Ost-Berlin

Zeitzeugen sprechen über das Verhältnis von Westjournalisten und DDR-Opposition

Mit einer Filmaufführung und anschließendem Podiumsgespräch beleuchtet die Bundesstiftung Aufarbeitung am 29. Februar die Rolle westlicher Medienvertreter in der DDR. Diese bewegten sich auf schwierigem Terrain: Durch den Grundlagenvertrag zwischen der Bundesrepublik und der DDR war der Austausch von Korrespondenten nach 1973 auf eine gesetzliche Grundlage gestellt, dennoch war eine objektive Berichterstattung kaum möglich. Die Arbeit war staatlich kontrolliert, die DDR-Behörden legten Wert auf möglichst unkritische Berichte.

Die Präsentation des Dokumentarfilmes „Berichte aus der DDR –West-Korrespondenten in Ost-Berlin“ von Rainer Burmeister und Hans Sparschuh führt in das Thema ein. Bei dem anschließenden Podiumsgespräch gehen die Gäste vor allem der Frage nach, wie das Verhältnis zwischen den westdeutschen Journalisten und der Opposition in der DDR war. Welche Formen der Zusammenarbeit gab es, wie kam ein Austausch zustande? Was konnten westliche Journalisten für die Opposition tun, und was nicht? Die Bürgerrechtlerin Ruth Misselwitz und der ehemalige SWR-Korrespondent Gerhard Rein begegneten sich in den 1980er-Jahren in Ost-Berlin und berichten aus ihrer eigener Erfahrung.

Für eine andere Innensicht steht der heutige Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen Roland Jahn, der nach seiner Ausbürgerung aus der DDR 1983 für ARD und ZDF zahlreiche Medienberichte aus der DDR produzieren konnte. Dafür musste entsprechendes Material über die Grenze geschmuggelt werden. Welche Risiken entstanden für die Beteiligten aus der Zusammenarbeit mit den westlichen Medien? Über die Frage, welche Bedeutung die Berichterstattung der „Westmedien“ über die DDR hatte, berichtet der Schriftsteller Rolf Schneider, der selbst gegen das SED-Regime opponierte. Das Podiumsgespräch wird moderiert von Sven Felix Kellerhoff (Die Welt).

Datum: 29. Februar 2012
Uhrzeit: 18:00 Uhr
Ort: Bundesstiftung Aufarbeitung, Kronenstraße 5, 10117 Berlin
Anmeldung: Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei.


Weitere Informationen erhalten Sie von
Tilman Günther, Pressesprecher der Bundesstiftung Aufarbeitung, Telefon: 030 31 98 95 225 oder E-Mail.