Pressemitteilung vom 02.03.2012

Geschichtsmesse 2012: Stand und Zukunft der Aufarbeitung

Mit mehr als 250 Teilnehmern erwartet die Bundesstiftung Aufarbeitung eine Rekordbeteiligung

Die Hauptthemen der Geschichtsmesse 2012 werden Bilanz und Perspektiven der Aufarbeitung von Diktatur und Demokratie in Deutschland und Europa nach 1945 sein. Bei der Veranstaltung, die vom 8. bis 10. März im thüringischen Suhl stattfindet, präsentieren Bildungseinrichtungen, Museen, Gedenkstätten und Universitäten 50 Projekte zu elf zeitgeschichtlichen Schwerpunkten. „Die Besucher lernen bei der Geschichtsmesse 2012 den aktuellsten Stand der Aufarbeitungslandschaft zur Zeitgeschichte nach 1945 kennen“, sagte die Geschäftsführerin der Bundesstiftung Aufarbeitung Anna Kaminsky.

Viele Projekte haben einen starken aktuellen Bezug. So stellt etwa der Verein „Drudel 11“ aus Thüringen Bildungsmaßnahmen für rechtsextreme Jugendliche vor. Diese zeigen, dass historisch-politische Bildung menschenfeindliche Einstellungen bei Jugendlichen präventiv verhindern kann. Zusätzlich zu den Veranstaltungen präsentieren 45 Initiativen und Institutionen der historisch-politischen Bildung und gesellschaftlichen Aufarbeitung ihre Arbeit auf dem „Markt der Möglichkeiten“.

Unter den mehr als 250 angemeldeten Teilnehmern aus allen Bundesländern sind viele Lehrer, da die Geschichtsmesse in allen Bundesländern als Fortbildungsveranstaltung für Lehrer anerkannt ist. „Wir freuen uns, dass so viele wichtige Multiplikatoren an der Geschichtsmesse teilnehmen, die dort viele neue Impulse für ihre Arbeit mitnehmen können“, sagte Anna Kaminsky. Erfreulich sei es auch, dass die Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet kommen, jeweils die Hälfte aus Ost- und Westdeutschland.

Zum Ende der Veranstaltung wird auf dem Abschlusspodium die Frage nach der Zukunft der Aufarbeitung diskutiert: Wie viel Vergangenheitsaufarbeitung ist notwendig? Haben Rufe nach einem Schlussstrich ihre Berechtigung? Hierzu diskutieren am 10. März um 10:30 Uhr unter anderem der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen Roland Jahn, der Direktor des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig Rainer Eckert und der Schriftsteller Christian von Ditfurth.

Zwei weitere öffentliche Veranstaltungen können kostenfrei besucht werden: Am 8. März wird um 19 Uhr der Film „Ein Tag zählt wie ein Jahr – Die Frauen von Hoheneck“ von Kristin Derfler und Dietmar Klein über das berüchtigte Frauengefängnis gezeigt, anschließend findet ein Gespräch mit Zeitzeuginnen statt. Am 9. März präsentiert der Liedermacher und Schriftsteller Stephan Krawczyk ab 19.30 Uhr Musik und Texte unter dem Titel „Mein bester Freund wohnt auf der anderen Seite“.

Das komplette Programm der Geschichtsmesse kann unter www.geschichtsmesse.de heruntergeladen werden. Dort finden sich auch Hinweise zu Übernachtungsmöglichkeiten und weitere Informationen.

Datum: 8. bis 10. März 2012
Ort: Ringberg Hotel, Ringberg 10, 98527 Suhl
Anmeldung und Reservierung von Tageskarten: Frau Elena Alzate, geschichtsmesse@stiftung-aufarbeitung.de

Weitere Informationen erhalten Sie von
Tilman Günther, Pressesprecher der Bundesstiftung Aufarbeitung, Telefon: 030 31 98 95 225 oder E-Mail.